Richard „Måla“ Šulko und sein Sohn Vojtěch aus Netschetin (Nečtiny) im Egerland (Chebsko) sind die „Målaboum“. Nun ist kurz vor Weihnachten ein Buch mit Begleit-CD erschienen, die Interessierten Egerländer Traditionen, Musik und Mundart näherbringen: „Målaboum: daham!“ Wir haben mit Richard Šulko über sein neues Buch gesprochen.

LE Herr Šulko, vielleicht können Sie zunächst einmal erklären, was es mit dem Namen „Måla“ auf sich hat? Und wer sind eigentlich die „Målaboum“?

„Målas“ ist der Hausname, welchen meine Familie mütterlicherseits benutzt. Mein Urgroßvater, Wenzel Löw aus Plachtin, wurde als „Måla Wenz“ angesprochen. Er war Maurer, die damals auch (mit Kalk) geweißt haben. „Målan“ heißt nach der Schrift malen, daher kommt der Name. Ich bin also der „Måla Richard“ und deswegen sind wir die „Målaboum“, also auf Hochdeutsch „Maler-Jungs“. Und wir, das sind mein Sohn Vojtěch (Zither) und ich (Gesang).

LE Auf 74 Seiten gibt es Gedichte und Geschichten in Egerländer Mundart, auf einer zugehörigen CD Musik aus dem Egerland. Worauf genau können sich Leser (und Hörer) freuen?

Das Buch hat zwei Teile: „Heimat“ und „Liebe“. In diesem Buch stehen von mir geschriebene Gedichte und Geschichten, alles in Egerländer Mundart oder auch auf Hochdeutsch. Auf der CD gibt es 30 Aufnahmen: Neben einigen Geschichten, wiederum in Mundart oder Hochdeutsch, sind Gesangsaufnahmen von mir, begleitet von meinen Sohn Vojtěch auf der Zither, oder Aufnahmen der Egerländer Bauernmusik „Bojaz“ und der „Egerländer Familienmusik Deistler.“

LE Was macht Egerländer Volksmusik bzw. Volkskunst eigentlich aus? Welche Aspekte sind für Sie dabei besonders wichtig?

Trachten, Volksmusik, Volkslieder, Mundart und Volkstänze bilden unsere nach 1989 wieder „reimportierte“ Egerländer Identität. Dank dem „Bund der Eghalanda Gmoin“ und der „Egerland-Jugend“ sind diese Merkmale im Egerland immer noch erhalten. Dazu gehören auch die „Målaboum“ und die Egerländer Volkstanzgruppe „Die Målas.“

LE Der Begriff "Heimat" zieht sich als roter Faden durch das Buch. Was bedeutet Heimat für Sie?

Die gemeinsamen Wurzeln mit den Ahnen, verbunden mit der Harmonie unserer Natur und Liebe.

LE Wie lange haben Sie an dem Buch und der CD gearbeitet? Was hat dabei am meisten Spaß gemacht, was weniger?

Einige Gedichte sind schon aus dem Jahre 2000, aber im Büchlein kann man auch Liebesgedichte aus der Corona-Zeit finden, was ganz aktuell ist. Den ersten Antrag auf Förderung stellte ich schon vor drei Jahren, allerdings vergeblich.

Am meisten Spaß haben meinem Sohn und mir die Musikaufnahmen gemacht, die wir beim Egerländer Dudelsackspieler Gerhard Ehrlich aufgezeichnet haben. Das Schwierigste war das Auftreiben der Geldmittel. Der „Bund der Deutschen in Böhmen“ ist ein kleiner Verein, für den so ein Projekt im Wert von mehr als 150 000 Kronen wirklich riesig ist. Hier gilt der Dank allen Sponsoren.

LE Interessieren sich eigentlich auch die heute im Egerland lebenden Tschechen für Egerländer Traditionen?

Die meisten Bestellungen kommen gerade von jungen Tschechen, die sich für das Kulturgut der Deutschböhmen interessieren.

Das Gespräch führte Manuel Rommel


74 Seiten mit Gedichten und Geschichten in Egerländer Mundart und in Deutsch, auf der CD spielen: "Målaboum", Egerländer Bauernmusik „Bojaz“, die Egerländer Familienmusik Deistler und Christoph Zeidler. Foto: Richard ŠulkoBuch mit eingelegter CD: „Målaboum: daham!“

74 Seiten mit Gedichten und Geschichten in Egerländer Mundart und in Deutsch, auf der CD spielen: "Målaboum", Egerländer Bauernmusik „Bojaz“, die Egerländer Familienmusik Deistler und Christoph Zeidler.

Mehr Informationen auf http://www.deutschboehmen.com/, eine musikalische Kostprobe gibt es hier: https://bandzone.cz/_115330

Preis:
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