Eigentlich sollte es mit der Zeitumstellerei endlich aufhören. Doch jedes Land in Europa hat andere Vorstellungen, wie die Uhren in Zukunft ticken sollen. Es drohen zwei Zeitzonen mitten in Europa.

Kommende Nacht wird mal wieder die Zeit umgestellt. Für alle, die das immer verwechseln: Es geht eine Stunde zurück. Nachdem uns im Frühjahr eine Stunde genommen wurde, bekommen wir sie nun wieder. Geht es nach der EU-Kommission, war’s das dann aber. Ab nächstes Jahr soll bereits jedes Land allein entscheiden, ob es die Zeit umstellen möchte, und wenn nicht, ob dann ständig Sommer- oder Winterzeit gilt.

Und dann wird es spannend. Denn in Deutschland heißt es immer wieder, dass ab Ende März 2019 die ewige Sommerzeit anbricht. Abgesehen davon, dass sich an jener Online-Umfrage der EU-Kommission im Sommer nur ein Bruchteil der Bevölkerung beteiligt hat, waren die Befürworter auch nur denkbar knapp in der Mehrheit. Und schauen wir auf die sächsischen Nachbarländer, wird es noch komplizierter. Die Polen tendieren zur Sommerzeit. In Tschechien dagegen sprachen sich in einer kürzlich durchgeführten Meinungsumfrage nur 44 Prozent für die Sommerzeit aus. Würde sich Tschechien anders entscheiden, als Polen und Deutschland, droht uns mitten in Europa, wo die Sonne mehr oder weniger gleichzeitig auf und untergeht, ein ordentliches Zeitchaos. Und alle, die die Zeitumstellung eigentlich los sein wollten, müssen dann bei jedem Grenzübertritt permanent am Zeiger drehen.

Man muss sich das nur mal vorstellen. Deutsche stehen pünktlich zur Öffnungszeit am Zoo in Aussig (Ústí nad Labem) und müssen noch eine Stunde warten. Oder Tschechen bilden sich ein, noch mal zum Abendeinkauf schnell nach Sachsen zu können, und es hat schon alles zu. Oder die einen kommen zu spät, die anderen zu früh zum Konzert. Vielleicht rüsten Sie sich schon mal mit einer Zweituhr aus, damit Sie bei Ihren künftigen Ausflügen ins Nachbarland immer wissen, was die Stunde geschlagen hat.

Vielleicht kommt aber doch nicht alles so schlimm. Kommende Woche steht das Thema auf der Tagesordnung bei einem Gipfel der EU-Verkehrsminister. Und im Sinne einer einheitlichen Lösung könnte es mit dem Ende der Zeitumstellung noch etwas länger dauern. Viele Staaten haben bereits angedeutet, bei der Entscheidung auch auf die Nachbarländer zu achten.