Am Sonntagmorgen kam es in einem Pflegeheim im nordböhmischen Weipert (Vejprty) zu einem verheerenden Brand. Acht Menschen starben. Nahegelegene Einsatzkräfte aus Deutschland konnten nicht in vollem Umfang helfen.

Bei dem tragischen Brand im Pflegeheim "Kavkaz" ("Kaukasus") für Männer mit geistigen und körperlichen Behinderungen im nordböhmischen Weipert starben am Sonntagmorgen acht Menschen. 30 Menschen wurden verletzt, einige schwer. 2 Menschen schweben noch in Lebensgefahr. Wie es zu dem Brand, der am frühen Sonntagmorgen gegen 5 Uhr ausbrach, kommen konnte, sei bislang noch unklar, sagte Weiperts Bürgermeisterin Jitka Gavdunová (ODS). 29 Menschen trugen die Rettungskräfte aus dem Gebäude, für acht Menschen kam jede Hilfe jedoch zu spät. „Unter den Toten und Verletzten befinden sich keine Mitarbeiter des Heims, unter den leicht Verletzten ist ein Polizist mit einer Rauchvergiftung“, teilte Prokop Voleník, Sprecher des Rettungsdiensts der Aussiger Region (Ústecký kraj) mit. Nach bisherigen Erkenntnissen brach der Brand im Kulturraum des Heims aus und griff von dort auf drei weitere Räume über. Bis zum Mittag konnte der Brand gelöscht werden. Premierminister Andrej Babiš (ANO) sprach vor Ort von einer schrecklichen Tragödie und kündigte umfassende Untersuchungen an.

Feuerwehr aus Deutschland konnte nicht helfen

Neben sieben Rettungswagen aus Tschechien waren auch zwei aus dem sächsischen Annaberg-Buchholz im Einsatz. Hilfe wurde auch aus Prag angefordert. Ein Rettungshubschrauber konnte wegen einer ungünstigen Wetterlage zunächst nicht starten. Die Feuerwehr aus dem nur 5 Minuten entfernten Deutschland habe nicht zur Hilfe kommen können, weil eine derartige Kooperation zwischen den beiden Ländern nicht geregelt sei, bedauerte Jitka Gavdunová vor der Presse.