Die tschechische Regierung greift wegen der hohen Spritpreise erneut in den Kraftstoffmarkt ein. Ab Oktober werden Höchstpreise für Benzin und Diesel wieder reguliert, zugleich sinkt vorübergehend die Verbrauchssteuer auf Diesel. Raffinerien müssen zudem eine Sondersteuer zahlen.
Die Regierung nimmt damit Maßnahmen auf, die bereits von April bis Juli dieses Jahres galten. Hintergrund sind die zuletzt deutlich gestiegenen Preise an den Tankstellen: Ein Liter Natural 95 kostete am vergangenen Donnerstag durchschnittlich 45,55 Kronen (etwa 1,90 Euro) und damit so viel wie seit Sommer 2022 nicht mehr. Diesel erreichte mit 49,13 Kronen (etwa 2 Euro) den höchsten Stand seit März 2022.
Dieselsteuer sinkt für einen Monat
Ab dem 1. Oktober legt das Finanzministerium wieder täglich Höchstpreise für Benzin und Diesel fest, die jeweils am Folgetag gelten. Grundlage ist der Durchschnitt der Großhandelspreise der vergangenen drei Tage, die Händlermarge wird auf 2,50 Kronen (etwa 10 Cent) pro Liter begrenzt. Gleichzeitig sinkt die Verbrauchssteuer auf Diesel von 9,95 auf 8,011 Kronen (von etwa 40 auf 30 Cent) je Liter. Die Maßnahmen gelten zunächst bis Ende Oktober. Durch die Steuersenkung rechnet der Staat mit Mindereinnahmen von rund 1,1 Milliarden Kronen (etwa 45 Millionen Euro).
Raffinerien müssen Sondersteuer zahlen
Als Reaktion auf die gestiegenen Raffineriemargen führt die Regierung außerdem für dieses und das kommende Jahr eine Sondersteuer ein. Sie beträgt 50 Prozent des Anstiegs der Bruttomargen gegenüber 2025 und betrifft große Unternehmen mit einem bestimmten jährlichen Gesamteinkommen. Das Finanzministerium erwartet daraus in diesem Jahr Einnahmen von rund 5,5 Milliarden Kronen (etwa 225 Millionen Euro). Die beiden sicher betroffenen Raffinerien gehören zu Orlen Unipetrol, dem größten Raffinerie- und Petrochemieunternehmen in Tschechien. Das Unternehmen verweist darauf, dass die hohen Margen lediglich die derzeitige Entwicklung auf den internationalen Märkten widerspiegelten.
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