Der Schuhhersteller Baťa schließt im kommenden Jahr schrittweise sein Werk in Dolniemtsch (Dolní Němčí). Damit endet nach mehr als 55 Jahren die Produktion am letzten Standort des Unternehmens in Tschechien und zugleich im einzigen Baťa-Werk Mitteleuropas.
Von der Schließung sind 92 Beschäftigte betroffen. Als Grund nennt das Unternehmen die fehlende Wirtschaftlichkeit des Standorts, an dem seit 1970 Schuhe hergestellt werden. Im vergangenen Jahr verließen noch rund 150.000 Paar Schuhe das Werk. Die Marke Baťa selbst zieht sich nicht aus Tschechien zurück und bleibt mit ihrem Einzelhandelsnetz im Land vertreten.
Modernisierung rechnet sich nicht mehr
Nach Unternehmensangaben entsprechen Struktur und Kapazität des ursprünglich für eine deutlich größere Produktion konzipierten Werks nicht mehr der heutigen Nachfrage. Um den Standort wieder rentabel betreiben zu können, wären umfangreiche Modernisierungen notwendig. Angesichts der derzeitigen Produktionsmengen und Einkaufspreise seien die dafür erforderlichen Investitionen jedoch nicht wirtschaftlich. Das Werk gehört seit 1992 zum Baťa-Konzern. Die Produktion soll nun in mehreren Etappen heruntergefahren werden.
92 Beschäftigte verlieren ihre Stellen
Baťa verhandelt nach eigenen Angaben mit der Gemeinde und den Gewerkschaften über die Bedingungen für die betroffenen Mitarbeiter. Für sie sei zudem ein Unterstützungsprogramm vorbereitet worden, das den Übergang in eine neue Beschäftigung erleichtern soll. International bleibt Baťa weiterhin breit aufgestellt. Die Marke ist nach Unternehmensangaben in rund 50 Ländern vertreten und betreibt weltweit etwa 6000 Geschäfte.
Die Schließung des letzten tschechischen Werks fällt dabei in ein besonderes Jubiläumsjahr: 2026 jährte sich der Geburtstag des Firmengründers Tomáš Baťa zum 150. Mal.




