Der umstrittene Widerstandskämpfer Josef Mašín ist im Alter von 94 Jahren in den USA gestorben. Als Mitglied einer antikommunistischen Gruppe gelang ihm 1953 gemeinsam mit zwei seiner Mitstreiter die Flucht aus der Tschechoslowakei in den Westen. Bis heute wird über die gewaltsamen Aktionen des Trios diskutiert.

Mašín starb im kalifornischen Santa Barbara. Seinen Tod meldete die Organisation Paměť národa (Gedächtnis der Nation) am Montag unter Berufung auf das familiäre Umfeld. Er war der letzte Überlebende jener drei Männer, denen nach einer aufsehenerregenden Flucht durch die DDR der Weg nach Westdeutschland gelang. Sein Bruder Ctirad starb 2011 in Cleveland, ihr Mitstreiter Milan Paumer bereits 2010 in Prag.

Flucht durch die DDR

Die Brüder Mašín hatten sich Anfang der 1950er Jahre einer bewaffneten Widerstandsgruppe gegen die kommunistische Herrschaft in der Tschechoslowakei angeschlossen. Im Herbst 1953 versuchten sie gemeinsam mit weiteren Mitstreitern, über die DDR nach West-Berlin zu gelangen. Dabei kam es zu bewaffneten Auseinandersetzungen mit Sicherheitskräften, bei denen mehrere Menschen getötet wurden.

Während Josef und Ctirad Mašín sowie Milan Paumer den Westen erreichten, gerieten andere Beteiligte in die Hände der Behörden. Einige wurden später in der Tschechoslowakei zum Tode verurteilt.

Bis heute umstritten

Die Bewertung der Mašín-Gruppe spaltet die tschechische Gesellschaft bis heute. Für ihre Unterstützer stehen die Männer für den entschlossenen Kampf gegen die kommunistische Diktatur. Kritiker verurteilen dagegen die tödliche Gewalt, die sie bei ihren Aktionen einsetzten.

Josef Mašín war der Sohn des gleichnamigen tschechoslowakischen Offiziers, der während der deutschen Besatzung gegen die Nationalsozialisten Widerstand geleistet hatte. Am 10. November will die Organisation Paměť národa bei einem Konzert in der Prager Basilika St. Peter und Paul auf der Prager Hochburg (Wyschehrad) an Mašín und weitere Gegner der kommunistischen Unfreiheit erinnern.

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