In Tschechien werden so wenig Babys geboren wie noch nie.
In Tschechien werden so wenig Babys geboren wie noch nie. Credit: Pixabay

Das vierte Jahr in Folge verzeichnet das Tschechische Statistikamt einen Geburtenrückgang. Die Geburtenrate in der Tschechischen Republik erreicht damit den niedrigsten Wert seit Beginn der Erhebungen in Böhmen vor 240 Jahren.

Insgesamt 77.600 Babys sind in Tschechien 2025 auf die Welt gekommen. Laut einer aktuellen Pressemitteilung  des Tschechischen Statistikamts sind das so wenig Babys wie noch nie, seit Beginn der ersten statistischen Erhebungen in Böhmen im Jahr 1785. Es ist bereits das vierte Jahr in Folge, dass die Geburtenrate in Tschechien zurückgeht. Im Vergleich zum Vorjahr 2024, als in Tschechien insgesamt 84.300 Babys auf die Welt kamen,  sank die Zahl der Geburten um acht Prozent – seit 2021 sogar um 31 Prozent. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass im Jahr 2021 mit 111.800 Geburten aber auch besonders viele – so viele Babys wie zuletzt im Jahr 1992 – geboren wurden.

Fruchtbarkeitsrate sinkt in allen Regionen Tschechiens

Weiterhin sinkt die durchschnittliche Zahl der Kinder einer Frau, die Fruchtbarkeitsrate, von 1,83 im Jahr 2024 auf 1,28 Kinder pro Frau im Jahr 2025. Das ist in allen Regionen Tschechiens erkennbar, wobei die regionale Verteilung keine Veränderung aufzeigt. „Die niedrigste Fertilitätsrate von unter 1,2 Kindern pro Frau im Jahr 2025 verzeichneten Frauen in Prag und der Region Karlsbad, während die höchste Fertilitätsrate mit etwas über 1,4 Kindern in der Region Vysočina beobachtet wurde“, so Pavel Hájek, Leiter der Informationsabteilung der Regionalverwaltung des Statistischen Amtes für Mittelböhmen. 

Besonders jüngere Frauen bekommen weniger Kinder

Das Durchschnittsalter einer Frau bei der Geburt eines Kindes stieg minimal von 30,5 (2024) auf 30,6 Jahre (2025), während das Alter beim ersten Kind einer Frau von 29,0 (2024) auf 29,2 Jahre (2025) anstieg. Der allgemeine Rückgang der Geburten betrifft alle Altersgruppen der Frauen, wobei der stärkste Rückgang im Alter von 20 bis 24 Jahren mit 38 Prozent und bei Frauen unter 19 Jahren mit 24 Prozent verzeichnet wurde.

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