Tausende Menschen sind am Montag zur nationalen Wenzelswallfahrt nach Altbunzlau (Stará Boleslav) bei Prag gekommen. Bei der traditionellen Messe rief der Prager Erzbischof Stanislav Přibyl zu Versöhnung und gesellschaftlichem Zusammenhalt auf.

Přibyl, der die Wallfahrtsmesse erstmals als Prager Erzbischof zelebrierte, erinnerte in seiner Predigt an den gewaltsamen Tod des heiligen Wenzel durch die Hand seines eigenen Bruders. Dieser sei eine Warnung davor, Meinungsverschiedenheiten in Hass umschlagen zu lassen. Eine widerstandsfähige Gesellschaft brauche Vertrauen und Menschen, die trotz unterschiedlicher Ansichten miteinander sprechen könnten.

Neue Reliquienbüste erstmals gezeigt

Während des Gottesdienstes wurde erstmals eine neue silberne Herma, eine Kopfskulptur des heiligen Wenzel, die seine Reliquie enthält, präsentiert. Das Reliquiar entstand innerhalb von zwei Jahren und wurde durch Spenden finanziert. Auch der Schädel des Heiligen wurde für die Wallfahrt von der Prager Burg nach Altbunzlau gebracht.

Der 28. September ist in Tschechien ein Staatsfeiertag und wird seit dem Jahr 2000 als Tag der tschechischen Staatlichkeit begangen. Altbunzlau gilt als ältester Wallfahrtsort des Landes und ist als Sterbeort des böhmischen Fürsten, der einen entscheidenden Beitrag zur Christianisierung des Landes beigetragen haben soll, eng mit der Wenzels-Tradition verbunden. Der Heilige Wenzel ist heute der wichtigste Landespatron Tschechiens.

Das könnte Sie auch interessieren

Werden Sie noch heute LandesECHO-Leser.

Mit einem Abo des LandesECHO sind Sie immer auf dem Laufenden, was sich in den deutsch-tschechischen Beziehungen tut - in Politik, Gesellschaft, Wirtschaft oder Kultur. Sie unterstützen eine unabhängige, nichtkommerzielle und meinungsfreudige Zeitschrift. Außerdem erfahren Sie mehr über die deutsche Minderheit, ihre Geschichte und ihr Leben in der Tschechischen Republik. Für weitere Informationen klicken Sie hier.