Die Bundesrepublik möchte sich nicht in die Debatte einmischen, ob Brünn ein geeigneter Austragungsort für den Sudetendeutschen Tag kommende Woche ist. Derweil bestätigte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder am Montag seine Teilnahme offiziell.
Laut dem Auswärtigen Amt plant die Bundesregierung nicht, sich in die Debatte einzumischen, ob Brünn (Brno) ein geeigneter Austragungsort für den in der kommenden Woche stattfindenden Sudetendeutschen Tag ist. „Eines ist klar: Der Sudetendeutsche Tag setzt sich für die Aussöhnung ein, die die Grundlage der deutsch-tschechischen Beziehungen bildet. Die Tschechische Republik ist ein wichtiger Partner in der EU und ein Nachbar Deutschlands, mit dem wir die engstmöglichen politischen, wirtschaftlichen und zivilgesellschaftlichen Beziehungen pflegen und pflegen wollen“, teilte das Auswärtige Amt am Montag der tschechischen Presseagentur ČTK mit.
Söder bestätigt Teilnahme am Sudetendeutschen Tag
„Selbstverständlich werde ich am Sudetendeutschen-Kongress in Brünn teilnehmen. Das ist ein Zeichen der Unterstützung für die Sudetendeutschen“, bestätigte der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) seine Teilnahme auf einer Pressekonferenz am Montag. Im Anschluss werde er den tschechischen Präsidenten Petr Pavel auf der Prager Burg besuchen.
Der bayerische Ministerpräsident gilt traditionell als Schutzpatron der Sudetendeutschen, die seit 1954 neben den Schwaben, Franken und Altbayern zu den bayerischen Volksgruppen zählen. „Ich freue mich sehr darüber, denn ich sehe darin ein sehr gutes Zeichen der Versöhnung“, fügte der bayerische Ministerpräsident hinzu. Auch der deutsche Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) bestätigte erneut seine Teilnahme.
Kritik aus Tschechien
Laut Premierminister Andrej Babiš (ANO) reiße der Kongress alte Wunden auf und trage nicht zur Versöhnung bei. Auch Außenminister Petr Macinka (Motoristen) erklärte in einem Interview gegenüber der FAZ am vergangenen Freitag, dass er die Veranstaltung ablehne.
Bereits in den Wochen zuvor äußerte insbesondere die rechtsextreme Regierungspartei Freiheit und direkte Demokratie (SPD) starke Kritik an der Ausrichtung des Kongresses. Nachdem Anträge, welche eine Ausrichtung der Veranstaltung ablehnen sowohl im Brünner Stadtrat sowie auf der Regionalversammlung der südmährischen Region abgelehnt worden sind, reichte die Regierungskoalition aus ANO, SPD und Motoristen vergangene Woche einen weiteren Antrag im Abgeordnetenhaus ein, wonach sich die untere Parlamentskammer sich gegen eine Ausrichtung des Sudetendeutschen Tags positionieren soll. Die Resolution wird am Donnerstag nach der Sitzungspause erneut beraten.
Die Organisatoren haben bereits erklärt, dass der Sudetendeutsche Tag unabhängig vom Abstimmungsergebnis der Abgeordneten stattfinden wird.
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