Lange hatte sich die Gemeinde Deutsch-Leuten (Dolní Lutyňa) gegen den Bau einer Gigafactory eingesetzt. Auch wenn sich die Samsung-Pläne nun erledigt haben: Ein Industriegebiet soll weiterhin entstehen.
Lange hatte sich die Gemeinde Deutsch-Leuten (Dolní Lutyňa) gegen den Bau einer Gigafactory eingesetzt. Auch wenn sich die Samsung-Pläne nun erledigt haben: Ein Industriegebiet soll weiterhin entstehen. Credit: Zachovejme Poolší / Facebook

Der südkoreanische Samsung-Konzern wird keine Gigafabrik in Deutsch-Leuten in der Mährisch-Schlesischen Region bauen. Die Regierung sucht nun nach einem neuen Investor für das Areal.

Premierminister Andrej Babiš (ANO) geht nicht mehr davon aus, dass der südkoreanische Samsung-Konzern seine Pläne für den Bau einer Gigafabrik in Deutsch-Leuten (Dolní Lutyňa) realisieren wird. Das erklärte Babiš am Sonntag auf X. Der südkoreanische Samsung-Konzern hatte in der Vergangenheit angekündigt, in Deutsch-Leuten Batterien für Elektroautos herstellen zu wollen.

Babiš beendet Hängepartie

„Wir bereiten alles darauf vor, dass sich in Zukunft ein anderer Investor dort ansiedelt“, wird Babiš in tschechischen Medien zitiert. Aufgrund gesunkener Nachfrage nach E-Autos stand bereits im Frühjahr 2025 fest, dass der Samsung-Konzern den Bau der angekündigten Gigafabrik auf unbestimmte Zeit vertagen wird. Mit Babišs Ankündigung kommt wieder Bewegung in die Sache. Die Pläne einer Samsung-Gigafabrik scheinen endgültig vom Tisch. Stattdessen soll das Industriegebiet nun durch die staatliche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft entwickelt werden. Eine Änderung des Flächennutzungsplans sowie eine Umweltverträglichkeitsprüfung sind bereits in Arbeit.

Gemeinde Deutsch-Leuten weiterhin besorgt

Auch wenn die Samsung-Gigafabrik nicht gebaut wird, blickt die Gemeinde Deutsch-Leuten weiterhin kritisch auf den Plan eines Industriegebiets in Deutsch-Leuten. Die Gründe: Eine nicht ausreichende Berücksichtigung des Hochwasserschutzes sowie der räumlichen Gegebenheiten – das geplante Industriegebiet würde den Ort zerteilen. Die Anwohner wünschen sich, stärker in die Entwicklung des Gebiets miteinbezogen zu werden: „Wir sind bereit, den Premierminister an unserem Ort willkommen zu heißen und mit ihm eine offene, sachliche Debatte über Fakten zu führen“, lässt der Verein Zachovejme Poolší, der sich gegen das geplante Industriegebiet einsetzt, auf Facebook verlauten.

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