Am 3. Juni fand in der Deutschen Botschaft in Prag das tschechische Landesfinale von „Jugend debattiert“ statt. Gewonnen hat in diesem Jahr eine Schülerin vom Gymnázium Matyáše Lercha in Brünn (Brno).
Zu der Frage „Sollte in Deutschland die Vier-Tage-Woche eingeführt werden?“ debattierten vier junge Menschen aus Tschechien, die sich in den Vorrunden für das Landesfinale qualifiziert hatten.
Die Debatte
Der Ablauf einer Debatte besteht aus drei Phasen: Die Eröffnungsrede, die freie Aussprache und die Schlussrede. Welche Position die Teilnehmenden während der Diskussion vertreten sollen, erfahren sie in der Regel erst kurz bevor es losgeht. In der ersten Phase hat jeder Debattierende zwei Minuten Zeit, seine Position und Hauptargumente vorzustellen. Die Reihenfolge ist hierbei Pro 1, Contra 1, Pro 2 und Contra 2. Darauf folgt die freie Aussprache, in der es keine feste Rede-Reihenfolge gibt. Die Debattierenden gehen hier aufeinander ein und müssen schnell und spontan reagieren können. Die eigene Position muss hier so gut es geht verteidigt und die Gegenpositionen entkräftet werden. In der Schlussrede zieht jede Debattantin und jeder Debattant in derselben Reihenfolge wie in Phase 1 ein Fazit. Hier dürfen keine neuen Argumente mehr eingebracht werden.
Qualifikation für internationales Finale in Berlin
Johana Čechová, welche die Position Pro 1 vertrat, überzeugte die Jury in der Debatte am meisten und qualifizierte sich mit ihrem Sieg so für das internationale Finale von „Jugend debattiert“, welches im Herbst in Berlin stattfindet. Gemeinsam mit dem Zweitplatzierten David Bouška (Křenová Gymnázium Křenová in Brünn) wird sie dort die Tschechische Republik vertreten. Im internationalen Finale treten die jungen Debattantinnen und Debattanten gegen die Landessieger und -siegerinnen der anderen Nationen an, um den Gesamtsieg für ganz Europa einzuholen. An der Debatte haben außerdem Adam Štech (Thomas- Mann -Gymnasium Prag) und Andrey Bukovsky (Deutsche Schule Prag) teilgenommen, welche in der genannten Reihenfolge Platz drei und vier belegten.
Für Johana Čechová sei der Sieg ihren Worten nach eine große Ehre. Sie selbst habe gar nicht damit gerechnet, bis zum tschechischen Landesfinale zu kommen. Dieses jetzt sogar gewonnen zu haben und ihr Land in Berlin vertreten zu dürfen, hat sie sehr überrascht: „Jetzt fühlt es sich ein wenig unreal an.“
Die Jurorin Anna Schmitz zeigte sich ebenfalls sehr beeindruckt von den jungen Debattantinnen und Debattanten. Sie sieht die Leistung der Teilnehmenden nicht als selbstverständlich an, gerade wenn man vor einem Publikum mit so vielen unbekannten Gesichtern Ruhe und Souveränität beweisen muss ⎼ in diesem Jahr sogar mit der Anwesenheit einer wichtigen politischen Figur, dem deutschen Botschafter Peter Reuss.
„Jugend debattiert“
„Jugend debattiert“ ist ein Schülerwettbewerb, bei dem die Teilnehmenden in deutscher Sprache historische, gesellschaftliche und politische Themen diskutieren. Ihr Sprachniveau wird dabei teilweise auf B2 oder C1 eingeschätzt.
Das Projekt soll jungen Menschen vermitteln, wie sie Argumente sachlich austauschen, unterschiedliche Positionen überzeugend vertreten und sich konstruktiv mit Gegenargumenten auseinandersetzen können.
Der Wettbewerb findet sowohl auf nationaler als auch internationaler Ebene statt und bringt jährlich Schüler und Schülerinnen aus 20 europäischen Ländern zum internationalen Finale zusammen. Im Jahr 2025 gewann Rumänien den Wettbewerb, im Jahr davor Bulgarien. Tschechien nimmt seit 2004 an dem Projekt teil.




