Am Freitagmorgen kam es auf dem Gelände einer Rüstungsfirma in Pardubitz (Pardubice) zum Brand einer Lagerhalle. Ermittler prüfen einen möglichen terroristischen Hintergrund im Zusammenhang mit dem Gaza-Krieg. Tschechiens Innenminister Metnar hat einen Krisenstab einberufen.
Laut Angaben der tschechischen Feuerwehr kam es gegen 4.20 Uhr zum Brand auf dem Gelände der Rüstungsfirma LPP Holding. Innerhalb von zwei Stunden konnte der Brand, der von einer Lagerhalle auch auf ein Bürogebäude übergriff, gelöscht werden. Wie die Firma informierte, wurde bei dem Vorfall niemand verletzt. Neben der Polizei sind auch der Inlandsnachrichtendienst BIS, der Militärnachrichtendienst sowie das Nationale Zentrum zur Bekämpfung von Terrorismus, Extremismus und Cyberkriminalität an den Ermittlungen beteiligt.
Zu der Brandstiftung bekannte sich laut Medienberichten die internationale Gruppierung „The Earthquake Faction“, die ein entsprechendes Video in den sozialen Medien veröffentlichte. Darin stellt die Gruppe ihre Tat in einen Zusammenhang mit den militärischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten und spricht von einem „Völkermord in Palästina“. Die Rüstungsfirma LPP Holding hatte vor einigen Jahren angekündigt, gemeinsam mit dem israelischen Unternehmen Elbit Systems in Pardubitz Drohnen herstellen und entwickeln zu wollen.
Innenminister: derzeit keine Hinweise auf weitere Gefahr
Die Polizei untersucht derzeit die Authentizität des Videos. Polizeipräsident Martin Vondrášek erklärte, dass die Ermittler vier Hypothesen zur Brandursache prüfen. Alle gingen von einer vorsätzlichen Brandstiftung aus, die sie im Wesentlichen als erwiesen ansehen.
Innenminister Lubomír Metnar (ANO) versicherte, dass derzeit keine Hinweise darauf vorliegen, dass im Zusammenhang mit dem Brand in Pardubitz eine weitere Gefahr bestehe. Gleichzeitig soll in Kürze eine Arbeitsgruppe gemeinsam mit dem Krisenstab des Innenministeriums eine Anhebung der Terrorwarnstufe prüfen.




