Vier Flugzeuge auf dem Weg nach Prag sind am Donnerstag Ziel anonymer Bombendrohungen geworden. Die Polizei leitete umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen am Václav-Havel-Flughafen ein. Bei den anschließenden Durchsuchungen wurden jedoch keine Sprengsätze gefunden. Der Flughafenbetrieb blieb weitgehend unbeeinträchtigt.
Die Drohungen gingen nach Angaben der tschechischen Polizei per E-Mail ein. Betroffen waren vier Passagierflugzeuge, die zwischen 9.45 und 10.30 Uhr in Prag landeten. Zwei Maschinen kamen aus Großbritannien, eine aus Irland und eine aus Griechenland.
Obwohl die Polizei die Glaubwürdigkeit der Drohungen von Anfang an als gering einschätzte, wurden vorsorglich sämtliche notwendigen Sicherheitsmaßnahmen eingeleitet. Sprengstoffexperten untersuchten die vier Flugzeuge sowie das Flughafengelände und dessen Umgebung. Dabei wurden weder Sprengsätze noch andere verdächtige Gegenstände entdeckt.
Wie Flughafensprecherin Denisa Hejtmánková mitteilte, musste der reguläre Flugbetrieb nicht eingeschränkt werden. Die Sicherheitsmaßnahmen wurden noch vor Mittag beendet.
Ähnliche Vorfälle in mehreren europäischen Ländern
Die Ermittlungen hat inzwischen die tschechische Nationale Zentrale zur Bekämpfung von Terrorismus, Extremismus und Cyberkriminalität (NCTEKK) übernommen. Innenminister Lubomír Metnar (ANO) erklärte, die tschechischen Sicherheitsbehörden stünden wegen des Vorfalls mit internationalen Partnern in Kontakt.
Auch in anderen europäischen Ländern kam es am Donnerstag und in den vergangenen Tagen zu ähnlichen Bombendrohungen gegen Passagierflugzeuge. Teilweise mussten Maschinen umgeleitet, Flughäfen vorübergehend geschlossen oder zusätzliche Sicherheitskontrollen durchgeführt werden.
Bislang wurde bei keinem dieser Vorfälle Sprengstoff gefunden. Ob die Drohungen miteinander zusammenhängen und wer dahintersteckt, ist noch unklar.




