Die tschechische Eisenbahnverwaltung (SŽ) plant, bis 2033 weitere 590 Kilometer Bahnstrecke zu elektrifizieren und das europäische Sicherheitssystem ETCS deutlich auszubauen. Damit sollen Kapazität und Geschwindigkeit des Bahnverkehrs verbessert werden.
Die Pläne stellte SŽ-Generaldirektor Tomáš Tóth am vergangenen Freitag gemeinsam mit Verkehrsminister Ivan Bednárik (parteilos, für SPD) vor. Bis 2033 soll der Anteil elektrifizierter Strecken in Tschechien von derzeit rund einem Drittel auf 40 Prozent steigen. Der europäische Durchschnitt liegt laut Tóth bei etwa 57 Prozent. Derzeit sind von insgesamt 9344 Kilometern Bahnstrecke in Tschechien rund 3295 Kilometer elektrifiziert.
Gleichzeitig will die Bahnverwaltung die wichtigsten Transitkorridore des Landes bis 2031 mit dem europäischen Zugsicherungssystem ETCS der Stufe zwei ausstatten. Dieses überwacht Zugbewegungen und kann Züge bei Gefahr automatisch stoppen, falls ein Lokführer nicht rechtzeitig reagiert. Auf weniger stark genutzten Strecken plant die Bahnverwaltung, eine vereinfachte Zugbremsvorrichtung (ETCS PZV) einzuführen. Dieses ist kompatibel mit den bereits eingebauten ETCS-Systemen in den Zügen und soll ohne zusätzliche Investitionen der Verkehrsunternehmen funktionieren.
Nach Angaben des Generaldirektors bleibt die grundlegende Strategie zwar unverändert, der Zeitplan werde jedoch laufend angepasst, da Elektrifizierung und die Einführung des ETCS-Systems auf vielen Strecken gleichzeitig erfolgen sollen. Neben dem Ausbau der Hauptstrecken setzt SŽ auch auf Modernisierungen im Regional- und Personenverkehr. Dort sollen Dieselzüge schrittweise durch Elektro- oder Batteriefahrzeuge ersetzt werden. Laut Tóth konzentrieren sich die Investitionen in den kommenden Jahren vor allem auf mehr Kapazität, höhere Geschwindigkeiten und bessere Sicherheit.





