Im Nationalpark Böhmische Schweiz ist am Wochenende ein großflächiger Waldbrand ausgebrochen. Hunderte Einsatzkräfte kämpfen weiterhin gegen die Flammen, konnten deren Ausbreitung in der Nacht jedoch zunächst stoppen.
Der Brand brach am Samstagnachmittag bei Rennersdorf (Rynartice), einem Ortsteil von Dittersbach (Jetřichovice), im Kreis Tetschen (Děčín) aus. Betroffen ist ein Gebiet von rund einem Quadratkilometer.
Nach Angaben der Feuerwehr gelang es in der Nacht, das Feuer zumindest einzudämmen. „Man kann nicht sagen, dass das Feuer direkt unter Kontrolle ist; die Aufgabe der Nacht war es, das Feuer in den Grenzen zu halten, wie es am Abend war – und das ist gelungen“, sagte Feuerwehrsprecher Tomáš Kalvoda gegenüber dem Tschechischen Fernsehen.
Schwieriger Einsatz im unzugänglichen Gelände
Rund 500 Feuerwehrleute sind derzeit im Einsatz, unterstützt von Einheiten aus mehreren Regionen Tschechiens sowie von Polizei und Armee. Auch Löschhubschrauber kommen zum Einsatz, um Wasser aus der Luft abzuwerfen.
Die Löscharbeiten gestalten sich schwierig, da das betroffene Gebiet schwer zugänglich ist. Zudem brennt nicht nur die Vegetation an der Oberfläche, sondern auch das organische Material am Waldboden, wodurch sich das Feuer unterirdisch weiter ausbreiten kann.
Die Feuerwehr hat den Brand in mehrere Abschnitte unterteilt. Zwei davon seien unter Kontrolle, andere bleiben problematisch.
Brandursache unklar – Trockenheit erhöht Risiko
Zur Ursache des Feuers gibt es bislang keine gesicherten Angaben. Klar ist jedoch, dass die anhaltende Trockenheit die Situation verschärft. Meteorologen warnen seit Tagen vor erhöhter Waldbrandgefahr in weiten Teilen Tschechiens.
Straßen im betroffenen Gebiet wurden gesperrt, zudem riefen die Behörden die Bevölkerung dazu auf, die Region zu meiden. Verletzte wurden bislang nicht gemeldet.
Erinnerungen an 2022 werden wach
Der aktuelle Brand weckt Erinnerungen an den verheerenden Großbrand im Sommer 2022, bei dem mehr als 1600 Hektar Wald zerstört wurden und tausende Einsatzkräfte wochenlang im Einsatz waren.
Ob sich das Feuer weiter ausbreitet, hängt nun maßgeblich von Wetterbedingungen und dem weiteren Verlauf der Löscharbeiten ab. Die Behörden schließen nicht aus, bei Bedarf einen Krisenstab einzurichten.
Quellen: ČT24, irozhlas




