Nach 26 Jahren ist der historische Goldgräberpfad (Stezka zlatokopů) bei Bergreichenstein (Kašperské Hory) umfassend erneuert worden. Auf acht Kilometern können Wanderer künftig nicht nur den Spuren des mittelalterlichen Goldabbaus folgen, sondern auch erfahren, wie dieser die Landschaft des Böhmerwaldes geprägt hat.

Hinter der Erneuerung steht der örtliche Verein Gabreta Nova, dessen Mitglieder die sieben Informationstafeln entlang der Strecke überarbeitet haben. Ergänzende Inhalte lassen sich nun auch online abrufen. Sie beleuchten über sieben Stationen die Geschichte der Region sowie des Goldwaschens.

Goldabbau mit langer Geschichte

Die Goldgewinnung hat in den böhmischen Ländern eine jahrtausendealte Geschichte. Bereits in der Bronzezeit, vor mehr als 3700 Jahren, wurde Gold verarbeitet. Ein früher Beleg ist ein goldener Haarschmuck, der bei Vrcovice bei Pisek (Písek) gefunden wurde. Auch im Flussgebiet der Otava lassen sich frühe Spuren des Goldwaschens nachweisen. Der keltische Name des Flusses „Atava“ kann mit „reicher, mit Gold bedachter Fluss“ übersetzt werden.

Einen Aufschwung erlebte der Goldbergbau im Mittelalter, im 13. und 14. Jahrhundert. Vor allem der Böhmerwald entwickelte sich zu einem bedeutenden Goldrevier. Bergreichenstein gehörte zu den wichtigsten Zentren der Goldförderung im damaligen Königreich Böhmen. Das Bergbaurevier erstreckte sich über ein Gebiet von 20 Quadratkilometer. Zeitweise sollen dort mehr als 4000 Menschen gelebt haben. Neben Bergwerken entstanden zahlreiche Erz- und Goldmühlen.

Goldgräberpfad wiederbelebt

Viele der Anlagen aus der Zeit des großen Goldwaschens wurden zerstört, heute sind sie als archäologische Denkmale geschützt. Einige davon wurden im Rahmen der Erneuerung des Wanderweges restauriert, so beispielsweise eine historische Goldaufbereitungsanlage bei Am Woesch (Na Prádle). Der Wanderweg führt auf 8,4 Kilometer größtenteils durch das Naturschutzgebiet Amaliental (Amálino údolí), entlang des namengebenden Goldbachs (Zlatý potok), und vorbei an verschiedenen Überreste des Untertage- und Tagebaubergbaus: an Schächten, Stollen und Gruben.

An der Aufbereitung des Weges waren Projektpartner aus Deutschland und Tschechien beteiligt. Kofinanziert wird das Projekt von der Europäischen Union im Rahmen von Interreg Bayern–Tschechien 2021–2027. Der örtliche Verein Gabreta Nova arbeitete zudem mit dem Partner Markt Lam in Bayern zusammen. Ziel der Kooperation ist eine gemeinsame Informationsbroschüre mit der historischen Silbermine Fürstenzeche in Lam. „Das Projekt verbindet somit zwei Orte, deren Geschichte eng mit dem Bergbau verbunden ist, und bringt das gemeinsame kulturelle Erbe beider Seiten des Böhmerwaldes näher“, so der Historiker und Vereinsvorsitzende von Gabreta Nova, Zdeněk Svoboda.

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