Die Silvesternacht 2025/26 verlief in Tschechien aus Sicht der Behörden und Exper­ten relativ ruhig und mit deutlich saubererem Luft­klima als in den vergangenen Jahren.

Trotz traditionell verbreiteter Feuerwerksaktivitäten bewertete die Polizei in Prag die Silvesternacht insgesamt als durchschnittlich und registrierte im Vergleich zu den Vorjahren keine außergewöhnliche Zahl an Einsätzen. Zwar wurde auch in der Hauptstadt vereinzelt pyrotechnisches Material in historischen und zentralen Stadtteilen, wo eigentlich ein Böllerverbot gilt, abgebrannt. Verantwortlich waren vor allem Touristen, die die Silvesternacht in der tschechischen Hauptstadt verbrachten. Vereinzelt verhängte die Polizei Geldstrafen.

Insgesamt zeigte sich die Polizeilage jedoch weniger angespannt als in früheren Jahren, auch in anderen großen Städten wie Brünn (Brno) oder Ostrau (Ostrava) verlief die Nacht vergleichsweise gelassen. In einigen Regionen kam es zwar zu Zwischenfällen wie Unfällen und alkoholbedingten Einsätzen, schwere Ausschreitungen blieben aber aus. In Budweis (České Budějovice) verlor ein Mann durch das Hantieren mit F4-Feuerwerkskörpern beide Hände.

Feuerwehr rückte zu 357 Einsätzen aus

Laut Angaben der Feuerwehr war die Zahl der Einsätze im Zusammenhang mit den Silvesterfeierlichkeiten vor Mitternacht vergleichbar mit anderen normalen Tagen. Zwischen 22 Uhr und Mitternacht rückte die Feuerwehr zu 35 Bränden aus. Häufiger wurden die Einsatzkräfte zu Vorfällen gerufen, die sich nach Mitternacht ereigneten. Seit Beginn des neuen Jahres bis 6 Uhr morgens rückten sie zu 224 Bränden aus. Zum Jahreswechsel 2024/2025 verzeichneten sie insgesamt 357 Einsätze.

Zu den schwerwiegenderen Fällen gehörte ein Dachbrand des ehemaligen Hotels Rabyně bei Beneschau (Benešov), zu dem die Feuerwehr am Mittwoch gegen 19.00 Uhr ausrückte. In Zlin (Zlín) kam es vor Mitternacht zum Brand eines Schuppens bei einem Einfamilienhaus. Nach Mitternacht löschte die Feuerwehr einen Brand auf einem Balkon in einem Plattenbau in Aussig (Ústí nad Labem) und gegen 3 Uhr morgens einen Wohnungsbrand im Prager Viertel Werschowitz (Vršovice).

Beste Luftqualität seit Jahren

Ein besonderes Schlaglicht fiel auf die Luftqualität zum Jahreswechsel. Der Leiter des Bereichs Luftqualitätsmessung beim tschechischen Hydrometeorologischen Institut (ČHMÚ) in Brünn, Jáchym Brzezina, bezeichnete die Luft in der Silvesternacht als die „beste an einem Jahreswechsel seit 22 Jahren“. Messwerte zeigten, dass die Konzentrationen von Feinstaub­partikeln deutlich niedriger waren als in den Vorjahren um diese Zeit. In Prag wurden beispielsweise Spitzenwerte von rund 78,4 µg/m³ registriert – im Vergleich zu fast 360 µg/m³ zur selben Zeit im Vorjahr. Auch in anderen Metropolen wie Brünn, Ostrau, Pilsen (Plzeň) oder Aussig lagen die Messwerte deutlich niedriger als üblich.

Für diese außergewöhnlich gute Luftqualität nannte Brzezina mehrere Ursachen. Neben meteorologischen Bedingungen wie günstigen Ausbreitungs­verhältnissen, Wind und Niederschlag seien die Ausgangswerte für Schad­stoffe bereits vor der Hauptphase des Pyro­effekts ungewöhnlich niedrig gewesen. Zudem dürfte das seit Dezember 2025 verschärfte Verbot und die eingeschränkte Verfügbarkeit von Feuerwerkskörpern dazu beigetragen haben, dass weniger Feuerwerk abgebrannt wurde – auch wenn exakte Auswirkungen erst nach Auswertung mehrjähriger Daten vollständig beurteilt werden können.

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