Heute vor 150 Jahren, am 5. Juni 1876, wurde der wohl bedeutendste erzgebirgische Mundartdichter und -sänger Anton Günther geboren. Im Rahmen des Jubiläums finden am Wochenende in seiner Heimatstadt Gottesgab (Boží Dar) sowie in der Umgebung verschiedene Veranstaltungen und Konzerte statt.
Anton Günther gilt als einer der berühmtesten Mundartdichter und Volksmusiker des Erzgebirges. Geboren wurde er am 5. Juni 1876 in Gottesgab (Boží Dar) im böhmischen Erzgebirge zwischen Fichtelberg und Keilberg (Klínovec). Nach einigen Jahren in Prag kehrte er mit 25 Jahren zurück in seine Heimat und wurde über die Jahre bejubelter Volksdichter – er trat in Gaststätten und Vereinen, in Berlin, Wien, Dresden und vor König Friedrich August III. auf.
Bekannt wurde Anton Günther mit seinen mehr als 200 Liedern, darunter die Werke ‘s is Feierobnd, Wu de Wälder haamlich rauschen, oder Derham is derham. Ab 1895 begann er zudem mit der Herstellung von Liedpostkarten. Die Karten, bedruckt mit Noten und Texten seiner Lieder und verziert mit Lithografien erzgebirgischer Motive, erlangten große Beliebtheit. Bis zu seinem Tod – 1937 schied er freiwillig aus dem Leben – veröffentlichte er zusammen mit Familie und Freunden mehr als 80 Motive.
Veranstaltungen in Gottesgab und Umgebung
Im Rahmen seines 150. Geburtstages findet am Samstag, den 6. Juni, um 10 Uhr in der St.-Anna-Kirche in Gottesgab das Konzert Anton Günther – Lieder aus seinem Werk statt. Im Anschluss an das Konzert empfiehlt sich ein Besuch des Anton-Günther-Denkmals gegenüber dem Museum Gottesgab oder ein Besuch seiner Grabstätte auf dem Friedhof. Ebenfalls über Gottesgab führt der insgesamt 60 Kilometer lange grenzüberschreitende Anton-Günther-Pfad.
Eine Woche später, am Samstag, den 13. Juni, eröffnet die sogenannte Dreckschänke – eines seiner Lieblings-Gasthäuser – nach über 30 Jahren Leerstand wieder die Tore. An diesem Ort schrieb der Liedermacher als Dank für seinen Aufenthalt im Jahr 1904 das Lied Da Draakschänk. Das Gasthaus liegt im Ort Breitenbach (Potůčky) etwa 15 Kilometer von Gottesgab entfert und wurde in den vergangenen Jahren aufwändig rekonstruiert.
Mehr Veranstaltungen und Termine zu Anton Günthers 150. Geburtstag finden Sie hier.

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