Die Mehrheit der Menschen in Tschechien erwartet für 2026 ein gutes oder sogar besseres Jahr als 2025. Gleichzeitig rechnen fast zwei Drittel damit, ihre Ausgaben einschränken zu müssen. In der Slowakei fällt die Stimmung dagegen deutlich pessimistischer aus, wie eine aktuelle Blitzumfrage zeigt.
Eine vom Marktforschungsinstitut NMS im Auftrag des Tschechischen Rundfunks durchgeführte Befragung zum Jahreswechsel zeichnet ein überraschend positives Bild: Während wirtschaftliche Vorsicht und geplante Einsparungen weit verbreitet sind, steigt zugleich der Optimismus. Rund 80 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass 2026 positiv verläuft, fast die Hälfte erwartet sogar konkrete Verbesserungen gegenüber dem Vorjahr. Es ist laut NMS das beste Ergebnis seit drei Jahren. In den Vorumfragen hatten sich Optimisten und Skeptiker weitgehend die Waage gehalten.
Vorsicht trotz Zuversicht
Rund zwei Drittel der Befragten gehen davon aus, ihren Lebensstandard nur mit Einschnitten finanzieren zu können. Gespart werden soll vor allem bei Kleidung, Freizeitaktivitäten, Urlaub und Reisen. Kredite wollen die meisten jedoch vermeiden. Trotz gestiegener Kosten setzen die Menschen eher auf Zurückhaltung als auf Verschuldung. Besonders zurückhaltend äußern sich der Erhebung zufolge vor allem Anhänger der Parteien ANO und SPD, die die wirtschaftliche Lage nüchterner einschätzen und verstärkt Sparbedarf sehen.
Gleichzeitig gibt es auch eine deutlich besorgte Gruppe: Etwa ein Fünftel rechnet mit einem schlechteren Jahr oder zumindest keiner Verbesserung. Laut NMS zeigen sich vor allem Menschen skeptisch, die bereits Weihnachten allein verbracht haben und sich einsam fühlen.
Wirtschaftsentwicklung bleibt entscheidend
Die tschechische Wirtschaft hatte sich im vergangenen Jahr grundsätzlich positiv entwickelt. Die Löhne legten zu, lagen real jedoch weiterhin unter dem Niveau von 2019. Laut Einschätzung von Ökonomen dürfte sich dies 2026 ändern: Das reale Lohnwachstum könnte bereits im ersten Quartal wieder das Vorkrisenniveau erreichen. Dennoch raten Experten weiterhin zu finanzieller Vorsicht und zum Aufbau von Rücklagen – sei es für Rente, größere Anschaffungen oder persönliche Ziele. Damit geht Tschechien mit einer Mischung aus Optimismus und pragmatischer Vorsicht ins neue Jahr.
Eine parallel durchgeführte Befragung in der Slowakei zeigt hingegen eine ganz andere Stimmung. Im Nachbarland erwarten rund 60 Prozent ein ebenso schwieriges oder noch schlechteres Jahr. Nur etwa ein Fünftel blickt positiv nach vorne. Die Forscher führen dies vor allem auf die politische und wirtschaftliche Situation im Land zurück.
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