Mit einem mehrteiligen Corona-Hilfspaket sowie einem Sonderförderprogramm reagiert der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds auf die anhaltenden negativen Auswirkungen der zweiten Welle der Pandemie. Neben finanzieller Unterstützung soll im Rahmen eines Sonderförderprogramms die Antragstellung für digitale Formate und Projekte im Freien erleichtert werden.

Insgesamt 420.000 Euro investiert der Zukunftsfonds, um von den negativen Konsequenzen der Pandemie betroffenen Menschen in beiden Ländern aus der Not zu helfen. Zusätzlich wird mit einem Sonderförderprogramm ein niedrigschwelliges Angebot geschaffen, das digitalen Formaten und Projekten, die im Freien realisiert werden können, eine vereinfachte und schnelle Antragstellung ermöglicht und gleichzeitig Anreize für die Planung und Umsetzung von Projektideen schafft.

Hilfspaket 2.0

Mit seinem Hilfspaket knüpft der Zukunftsfonds an positive Resultate an, die im Frühjahr während der ersten Welle der Pandemie erzielt wurden. Die schnelle, unbürokratische Unterstützung mit Geldern richtet sich konkret an drei Gruppen von Organisationen, die von den Auswirkungen auf ökonomischer sowie sozialer Ebene besonders stark betroffen sind. Neben Einrichtungen, die sich um NS-Opfer in Tschechien kümmern, sollen deutsch-tschechische Netzwerke, die in finanzielle Not geraten sind, sowie Institutionen, die die Gesundheits- und Sozialdienste im deutsch-tschechischen Grenzgebiet für besonders von der Corona-Pandemie bedrohte Personen anbieten, unterstützt werden.

„Wir machen weiter!“

Die Tätigkeit deutsch-tschechischer Netzwerke hat einen erheblichen Anteil an der über Jahre gewachsenen freundschaftlichen und lebendigen Beziehung zwischen Deutschland und Tschechien. Um die Existenz der von den Auswirkungen der Pandemie besonders geschädigten Akteure des deutsch-tschechischen Austausches zu sichern, stellt der Zukunftsfonds finanzielle Mittel in Höhe von 230.000 Euro zur Verfügung, die den betroffenen schnell und auf unbürokratischem Wege zur Verfügung gestellt werden sollen. Mit der finanziellen Unterstützung wird nicht nur die Lücke, die durch ausgefallene Projekte entstanden ist, getilgt, sondern gleichzeitig Anreize für die Durchführung neuer Aktionen geschaffen. Die finanzielle Hilfe richtet sich an Einzelpersonen oder Organisationen, die während der letzten drei Jahre aktiv einen Beitrag zur Verbesserung der deutsch-tschechischen Beziehungen geleistet haben und aufgrund der Pandemie in Not geraten sind. Besonders ansprechen möchte man Künstler, Kulturinstitutionen, Vereine sowie Akteure der Kultur- und Jugendarbeit. Mehr Informationen zur Antragstellung finden Sie hier.

Hilfe für das Grenzgebiet

Weitere finanzielle Hilfen richten sich an Ideen und Tätigkeiten von Vereinen, gemeinnützigen Organisationen und Initiativen, die das Ziel verfolgen, die medizinischen und sozialen Folgen der Pandemie im deutsch-tschechischen Grenzgebiet einzudämmen. Mit einer Gesamtsumme von 115.000 Euro werden Aktivitäten unterstützt, die dazu beitragen, das nachbarschaftliche Verhältnis in der Grenzregion aufrechtzuerhalten und den Herausforderungen der Pandemie zu begegnen. Dabei haben nicht nur deutsch-tschechische Projekte einen Anspruch auf eine Förderung, sondern auch Akteure, die ausschließlich in einem der beiden Länder aktiv sind. Weitere Informationen finden Sie hier.

Digital oder im Freien?

Mit seinem Hilfspaket möchte der Zukunftsfond nicht nur durch die Pandemie entstandene Schäden und Finanzierungslücken begegnen, sondern außerdem Anreize schaffen, trotz anhaltender Beschränkungen weiter Projekte zur Förderung der deutsch-tschechischen Beziehungen und des Austausches umzusetzen. Mit dem Sonderförderprogramm richtet sich der Fonds besonders an Schulen, Bildungsinstitutionen, Kulturakteure, Vereine und Gemeinden. Um zu verhindern, dass laufende Projekte zum Stillstand kommen, unterstützt der Fonds digitale Alternativen oder solche Formate, die im Freien realisiert werden können mit bis zu 70 Prozent der Kostenübernahme. Näheres zur Antragstellung finden Sie hier.

Deutsch-Tschechischer Zukunftsfonds

Der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds wurde in Folge der Deutsch-Tschechischen Erklärung vom 21. Januar 1997 als Gemeinschaftsprojekt der beiden Länder ins Leben gerufen. Durch die gezielte Förderung von Projekten werden Begegnungsräume für Menschen auf beiden Seiten der Grenze geschaffen. Die Zusammenarbeit trägt darüber hinaus zu einem tieferen Verständnis der jeweils anderen Lebenswelten sowie einem interkulturellen Austausch bei. Seit 1998 wurden bis heute rund 11.000 Projekte mit über 60 Millionen Euro gefördert.