Die anhaltende Trockenheit lässt die Wasserstände vieler tschechischer Flüsse auf historische Tiefstände sinken. Nach Angaben des Tschechischen Hydrometeorologischen Instituts (ČHMÚ) führen manche Gewässer nur noch zehn bis 40 Prozent der für diese Jahreszeit üblichen Wassermenge.

Besonders betroffen ist der Südwesten des Landes. Dort herrscht nach Einschätzung des Hydrologen Martin Pecha bereits eine erhebliche Dürre. Zu den am stärksten betroffenen Flüssen zählen unter anderem die obere Moldau, die Wottawa (Otava), die Lainsitz (Lužnice) sowie Teile der Einzugsgebiete von Beraun (Berounka) und der Sasau (Sázava). Der Zufluss zum Orlík-Stausee sei derzeit so gering wie seit 1982 nicht mehr und liege sogar unter den Werten der Trockenjahre 2014 und 2020. Auch kleinere Bäche trocknen stellenweise vollständig aus. Die niedrigen Pegel beeinträchtigen inzwischen auch den Tourismus: Nach Angaben des Bootsportportals Raft.cz sind zahlreiche beliebte Kanustrecken nur eingeschränkt oder gar nicht mehr befahrbar. 

Als Ursachen nennt das CHMI den schneearmen Winter sowie die seit Monaten überdurchschnittlichen Temperaturen und geringen Niederschläge. Dadurch hätten sich die Wasserreserven nicht ausreichend erneuern können. Eine schnelle Entspannung der Lage ist nicht in Sicht. Einzelne Gewitter oder Starkregen könnten die Wasserstände zwar kurzfristig anheben, die Wirkung halte jedoch meist nur zwei bis drei Tage an. Für eine nachhaltige Verbesserung seien längere Regenperioden oder wiederholte ergiebige Niederschläge notwendig. Andernfalls könnten die Wasserstände nach Einschätzung der Experten das Niveau der Dürrejahre zwischen 2014 und 2020 erreichen.

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