Čau, čau und mňau! Von hoch oben aus meiner neuen Heimat, dem Katzenhimmel, wünsche ich Ihnen allen ein gutes neues Jahr!

Mein Weihnachten war ganz in Ordnung. Der Chefkoch im Katzenhimmel hatte ein Einsehen mit mir. Ich musste weder grusligen Hackbraten noch sumpfigen Karpfen zu mir nehmen, sondern bekam eine hübsche Portion Lachs mit ein paar Krümeln echten russischen Kaviars gereicht. Und Silvester war bei uns die heilige Ruhe. Anders als auf der Erde, wie man von hier aus mit ansehen musste. Die Zweibeiner haben wieder Raketen und anderes Knallzeug in die Luft geballert. Ich habe eine gewisse Vorstellung davon, wie viele Tiere wieder darunter leiden mussten. Weshalb reicht es nicht, wenn die Städte und Gemeinden so etwas veranstalten?

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Und nun zu mir und dem LandesEcho: Ich hatte ja versprochen, künftig meine Kolumne aus dem Katzenhimmel zu schreiben. Das aber wird jetzt doch ein bisschen anders. Das kam so: Wir haben hier oben ein paar tüchtige Rabauken, die sich noch nicht so richtig zu benehmen wissen. Einen davon habe ich ein bisschen unter meine Fittiche genommen. Der Bursche heißt Lojzl, sieht mir äußerlich ganz schön ähnlich, ist etwas älter als ein halbes Jahr und stellt bislang nur Dummheiten an. Er hat noch eine Menge zu tun, um ein liebes Katzenvieh wie ich zu werden. Und wo lernt man gutes Benehmen am ehesten? Bei einem erfahrenen Zweibeiner auf der Erde. Also habe Lojzl zu dem besten Zweibeiner in die Lehre zu entsenden, zu meinem Herrn Schmidt. 

Lojzl muss sich dort nun sozusagen als eine Art Botschafter bewähren und gute Taten vollbringen. Natürlich unter meiner strengen Beobachtung. In erster Linie bedeutet das, dass er ab dem kommenden Monat die LandesEcho-Kolumne übernehmen wird. Da ich – wie Sie hoffentlich auch – ein Abo der mit großem Abstand besten deutschsprachigen Monatszeitschrift in der ganzen großen Tschechischen Republik besitze, kann ich stets lesen, ob Lojzl das auch ordentlich macht. Nur so kann auch er eines Tages zurück in den Katzenhimmel kommen. Wo er sonst landen würde? Nur so viel: Es gibt auch eine Katzenhölle! Das habe ich dem Kater eingeschärft. Und dabei auch nicht ein bisschen mit meinen wunderhübschen Augen geblinzelt. Er muss schließlich wissen, dass er seinen Auftrag ernst zu nehmen hat.

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Lojzl wird sich aber nur Schritt für Schritt zu einem ordentlichen Kater entwickeln. Wunderdinge kann man bei ihm nicht erwarten. Derzeit ist er wirklich noch ein ziemlicher Rabauke. Als er bei meinem und seinem Butler, dem Herrn Schmidt, eintraf, hat er sich aufgeführt wie ein kleiner Terrorist. Er ließ seinen Butler nicht ordentlich schlafen, hüpfte mitten in der Nacht auf Herrn Schmidt herum und stieß dabei freudige Kampfschreie aus. Herr Schmidt ist derlei Attacken überhaupt nicht gewöhnt und fiel vor Schreck fast aus dem Bett. Das geht natürlich gar nicht.

Lojzl wollte zudem, dass der Herr Schmidt seine wohlverdiente Nachtruhe gegen drei Uhr morgens abbricht, um mit ihm zu spielen. Da muss mein lieber Butler gedacht haben, er sei im falschen Film. Besonders nett war es dann, dass sich Lojzl unter einem Schrank verkroch, um fest zu schlafen, während der Herr Schmidt sich erst einmal von dem Schreck bei einem Milchkaffee erholen musste. Von mir kannte er solche Ungezogenheiten überhaupt nicht. Ich war immer eine grundgute Katze. Naja, meistens. Eigentlich fast immer.

Jedenfalls war Herr Schmidt den ganzen Tag über nicht richtig zu gebrauchen. Er litt an mangelndem Schlaf und hatte zudem blaue Flecke am ganzen Körper, weil der springwütige Lojzl zwar noch jung, aber trotzdem schon ganz schön schwer ist.

Das falsche Gen hat Lojzl aber vor allem beim Fußball. Er ist Fan des Un-Vereins Schalke 04. Wenn er dabeibleibt, kommt er in die Katzenhölle! Der einzig wahre Klub ist der BVB Borussia Dortmund. Basta.

Ich bin nun ganz gespannt, wie Lojzl seine Arbeit mit der LandesEcho-Kolumne bewältigen wird. Da muss er jetzt durch, hilft alles nichts, wenn er ein vollwertiger Kater werden möchte. Ich habe ihm versprochen, dass ich ihm anfangs ein bisschen helfen werde. Er kann ja die vielen wichtigen und unwichtigen Zweibeiner in Tschechien noch nicht voneinander unterscheiden. Da werde ich ihm noch eine Menge erklären müssen. Die beiden großen Chefs unter den Politikern kennt er schon von Fotos: Zeman und Babiš. „Die werde ich mir schon vornehmen, keine Angst“, hat Lojzl getönt. Eine große Klappe hat er also schon.

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Das war damit also die letzte Kolumne aus meiner Pfote. Seien Sie lieb und nehmen Sie Lojzl gut auf. Aus dem kann mal was werden, wenn ihn Herr Schmidt an die kurze Leine nimmt. Es wäre schön, wenn Sie ihm ebenso treu werden, wie Sie mir über viele schöne Jahre waren. Danke dafür! Ich behalte Sie alle im Blick! Čau, čau und mňau!

🐾Schmidts Katze Mourinka🐾 


 

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