Aktuelle Seite: StartseiteIm Gespräch„Unserer Meinung nach sollte ein Präsident für alle Bürger da sein“
Filter
  • Plakatausstellung über Franz Werfel in Prags Innenstadt

     Anlässlich des 70. Todestages von Franz Werfel führt eine Plakatausstellung von Zuzana und Eugen Brikcius durch Prags Zentrum. „Franz Werfel in Wort und Bild“ nennt sich die Ausstellung über den jüdischen Schriftsteller, der mit seinen auf Deutsch geschriebenen Werken Weltruhm erlangte. Die Ausstellung findet vom 10.9. bis 20.9. statt und startet auf dem Platz der Republik (Náměstí Republiky). Der Besucher wird in Franz Werfels Werk und Leben eingeführt und sein soziokultureller Kontext wird erläutert.

     

     

  • Zeitgenössische Herausforderungen in der Architektur

    Die „Biennale der experimentellen Architektur" in Prag findet dieses Jahr zum zweiten Mal statt. Am 3.9. wird eine Ausstellung der „Jaroslav Fragner Galerie“ eröffnet und damit der Auftakt zur Biennale der experimentellen Architektur geliefert. Die Biennale ist vor allem jungen Start-Ups und erfolgreichen Architekten quer über den Kontinent gewidmet. Im Mittelunkt steht zeitgenössische digitale Kultur in Architektur und Stadtplanung. Am Programm wirken auch zwei österreichische Architekten mit.

     

  • „Land-and-Art Treffen“ in Königsmühle

    Vom 28. bis 30. August 2015 zieht es Besucher in die verschwundene Ortschaft Königsmühle. Das „Land-and-Art Treffen Königsmühle“ findet dieses Jahr bereits zum vierten Mal statt. Der Ort ist Teil der Gemeinde Böhmisch Wiesenthal (Loučná pod Klínovcem). Die Veranstaltung vereint Bildung und Kultur, gezeigt werden Ausstellungen, Installationen, Theater, Musik und Lichtshows. Auf dem bunten Programm stehen zahlreiche deutsche Teilnehmer.

     

  • Mozart zu Besuch bei Dvořák

    Das internationale „Dvořák Prag Musik Festival“ würdigt vom 6. bis zum 23. September zum achten Mal den Komponisten Antonín Dvořák, sowie weitere, renommierte, musikalische Werke von tschechischen und internationalen Komponisten. Das „Dvořák Prag Musik Festival“ ist eines der berühmtesten klassischen Musikfestivals der Tschechischen Republik. Zwischen 2008 und 2014 gab es 129 Konzerte und über 95 000 Besucher. Einer der Höhepunkte des Festivals ist das Konzert des „Freiburger Barockorchesters“, das Mozarts „Don Giovanni“ spielt.

     

  • Tage der deutschen Kultur im Hultschiner Ländchen

    Das „II. Festival der deutschen Kultur im Hultschiner Ländchen“, organisiert von der Gemeinschaft schlesisch-deutscher Freunde im Hultschiner Ländchen in Hultschin (Hlučín), lädt zum zweiten Mal Angehörige und Freunde der deutschen Kultur zu einem viertägigen Kulturerlebnis ein. Auf dem Programm stehen unter anderem zahlreiche Kunstaustellungen, die Auswertung eines Malwettbewerbs für Kinder, ein Kochkurs und Filmpräsentationen.

     

  • Reisende Künstler in Prag

    „Meeting the Odyssey” ist ein soziales und künstlerisches Gemeinschaftsprojekt an dem Menschen aus 11 verschiedenen Ländern teilnehmen. Jeden Sommer von 2014 bis 2016 reisen Künstler und Organisatoren aus verschiedenen europäischen Ländern zusammen auf einem Segelschiff, geben Workshops und zeigen Theaterstücke. Die Reise geht von der Ostsee bis zum Mittelmeer. Dieses Jahr besuchen sie vom 11.9. bis 18.9. Prag.

     

  • Ausstellung über revolutionären Berliner Architekten

    Eine Ausstellung über Bruno Taut eröffnet am 1. September im Goethe Institut. Dies geschieht im Rahmen eines doppelten Jubiläums: 25 Jahre Goethe-Institut in Prag und 20 Jahre Städtepartnerschaft zwischen Prag und Berlin. Die Bruno Taut Ausstellung wurde vom Deutschen Werkbund Berlin in Zusammenarbeit mit Studio Brenne Architekten vorbereitet. Vom 01.09. bis 17.10. werden die Werke eines der bedeutendsten Architekten der Moderne in Deutschland zu bewundern sein. Die Ausstellung thematisiert Bruno Tauts Wohnanlagen und Siedlungsbauten in Berlin und Umgebung.

     

  • Musikalische Tage in Ostrau

    Das neuntägige Festival „Ostrava Days Festival“, vom 20.-29. August in Ostrau, ist der Höhepunkt eines musikalischen Austauschs, der von dem „Zentrum für Neue Musik Ostrava“ organisiert wird. Während des Festivals und der vorausgehenden Aktivitäten werden über 90 Werke aufgeführt. Die gemeinsame musikalische Arbeit, das Lehren und Lernen stehen dabei im Mittelpunkt. Drei Wochen lang arbeiten 35 Kompositionsstudenten gemeinsam mit Lehrern und Interpreten an ihren Stücken. Dieses Jahr präsentiert das Festival 250 teilnehmende Künstler, 50 Unterrichtseinheiten, 17 Konzerte und 90 Werke.

     

     

  • DJ Efdemin in Prag

    Das angesagte Prager Kunstzentrum „Meet Factory“ hat seit Juni eine neue Clubnacht. Das unregelmäßig stattfindende Programm „Kinetic“ lädt internationale Musiker ein. Die zweite „Kinetic“ Klubnacht am 4.9. präsentiert einen deutschen Musiker: Phillip Sollmann, auch bekannt als DJ Efdemin. Der deutsche DJ, Klangkünstler und Labelbetreiber hat sich im Bereich der elektronischen Musik längst über Deutschlands Grenzen hinaus einen Namen gemacht.

     

     

  • Neues vom kleinen Drachen Kokosnuss

    Derzeit angelaufen in den Prager Kinos ist der Film „Der kleine Drache Kokosnuss“. Der im Dezember 2014 in deutschen Kinos ausgestrahlte Kinderfilm ist nun in tschechischer Übersetzung auf Prags Kinoleinwänden zu sehen. Auch die deutschsprachigen, kleinen Zuschauer dürfen sich freuen. Bald gibt es noch mehr vom Drachen Kokosnuss, ab Herbst 2015 läuft im deutschen Fernsehen eine Fernsehserie über den in Deutschland so beliebten Drachen.

     

  • Filmfestival in Burgkulisse

    Zum dritten Mal, diesmal vom 20. bis 23.8., findet in Mittelböhmen das „Noir-Filmfestival“ statt. Internationale Filme werden in der stimmungsvollen Kulisse der Burg Křivoklát gezeigt. Abgerundet wird das Filmerlebnis von der schönen Natur, inmitten derer sich die Burg befindet und der musikalischen Unterhaltung, die durch die Burghallen klingt. Auch ein Film mit deutscher Beteiligung ist vertreten. Der weltberühmte Film „Le procès“ von Orson Welles, basierend auf Franz Kafkas Roman „Der Prozess“ steht auf dem Programm.

     

  • Festival im Grünen

    Ein brandneues Festival lädt nach Elbogen (Loket), in der Nähe von Karlsbad (Karlovy Vary) ein. Das „Meander- Festival“ bietet Musik, Kunst, Feuer und Theater. Das kulturelle und musikalische Erlebnis findet vom 4.9. bis 6.9. eingebettet zwischen den malerischen Hügeln des Westböhmischen Waldes statt. Neben der musikalischen Unterhaltung, stehen Feuertänze und Kunstinstallationen auf dem Programm. Außerdem warten Workshops und eine Kinderspielecke. Zwei deutsche DJs sind ebenfalls eingeladen.

     

  • Düstere Doku

    Düstere Fragen behandelt der Dokumentarfilm „Blick in den Abgrund“ der österreichischen Regisseurin Barbara Eder, der am 07.09., um 20:45, im Prager Kino Světozor zu sehen ist. Der Film handelt von Abgründen und den dunklen Seiten der menschlichen Seele. Es werden Menschen vorgestellt, die in beruflicher Nähe zu Mördern stehen. Gezeigt wird, wie Profiler, forensische Psychologen und Psychiater Themen wie Vergewaltigung, Totschlag und Mord verhandeln. Gestellt werden Fragen wie: Was ist die Motivaton von Serienmördern?

     

     

  • „Schmitke“ irrt wieder über Prager Kinoleinwand

    Für alle, die die tschechische Premiere von „Schmitke“ im Frühjahr dieses Jahres im Rahmen des „Febiofestes“ verpasst haben, oder ihn gerne noch einmal auf der großen Leinwand sehen möchten, bietet sich am 20.8. die Gelegenheit, den deutschen Spielfilm zu sehen. Das Kino „Bio-Oko“ in Prag 7 strahlt den Film aus. Mittlerweile ist der Film ein Dauerbrenner auf vielen Filmfestivals hierzulande und im Ausland.

     

  • Vorhang auf in Pilsen

    Das Ensemble der „Schaubühne Berlin“ kommt nach Pilsen (Plzeň). Im Rahmen des dort vom 9.9. bis 13.9. stattfindenden internationalen Theaterfestivals erwartet die Besucher Thomas Ostermeiers Inszenierung von Henrik Ibsens „Ein Volksfeind“. Das Theaterfestival, das dieses Jahr in die 23. Runde geht, präsentiert auch andere internationale und tschechische Theaterproduktionen. Dabei stehen thematisch sehr unterschiedliche Theaterstücke auf dem Programm, verschiedene Theaterstile, mit Drama, Musik, Tanz, Puppen und Straßentheater versprechen eine vielseitige Unterhaltung.

     

  • Energiegeladene Band aus Deutschland

    Die deutsche Skaband „La Famila“ rockt am 13.8. den Leutensdorfer (Litvínov) Klub „ponorka“ und am 16.8. das Prager Kultur- und Sozialzentrum „Klinika“. Die vier jungen Bandmitglieder spielen Klarinette, Trompete, Gitarre und Bass und singen deutschsprachige Texte. Ihre Musik verspricht eine tanzwütige Nacht. Sie vermischen Elementen aus Punk, Ska und weiten Musikgenres. In jedem Fall sind die Songs tempogeladen, sie selbst nennen das „kick ass ska“.

     

     

  • Sportliches Musikfestival in Mittelböhmen

    Das Festival „Kačeři“ (Erpel) ist das einzige Sommerfestival in der winzigen Gemeinde Horčápsko in der Nähe vonPříbram (Freiberg in Böhmen). Das Festival geht aber bereits in die 10. Runde, dieses Jahr präsentiert es Bands und DJs aus aller Welt. Unterhalten wird hier vom 21. bis 22.8 mit einer bunten Mischung aus Musik und Sport. Die Besucher erwarten zahlreiche Sportveranstaltungen in Innen- und Außenbereichen. Auch ein deutscher Künstler ist geladen, DJ „Dunjah“ kommt aus Dresden angereist.

     

  • Berliner DJ im Cafe Neustadt

    Es wird elektronisch: Am 14. August legen im Rahmen einer Veranstaltungsserie im Café Neustadt drei DJ’s auf. Die kleine Lokalität mit atmosphärischem Außenbereich im Herzen Prag organisiert regelmäßig elektronische Musikabende. Die Veranstaltung „All Night Bong“ verspricht Musik aus den Genres House, Techno und Disco. Neben zwei tschechischen Künstlern legt DJ Ron Wilson aus Berlin auf.

     

     

  • Schwermetall in der Festung Josefstadt

    Einmal im Jahr im August verwandelt sich die alten Festungsruine Josefstadt (Josefov) in Jermer (Jaroměř) in das riesige Festivalgelände des Musikevents „Brutal Assault“. Metal-und Hardcorefans wandeln vom 5. bis 8. August 2015 durch die Festungsanlange und kommen mit mehr 100 Bands aus aller Welt auf drei Bühnen voll auf ihre Kosten. Die einzigartige Atmosphäre der Festung bietet die ideale Kulisse für die Musik von amerikanischen, englischen, deutschen und anderen internationalen Metal- und Hardcorebands.

     

     

  • Innovative Kunst von deutschen Nachwuchstalenten

    Am 30.7. fand die Vernissage zu der Kunstausstellung „Siehe unten. See below“ in der Neuen Galerie (Nová Galerie) im Prager Stadtteil Vinohrady statt. Die raumgreifende und großflächige Kunst der deutschen Nachwuchstalente Sophia Hirsch und Johannes Mundinger, füllte die verwinkelten Ausstellungsräume der Galerie, die über ein großes Kellergewölbe verfügt. Die Ausstellung präsentierte eine gelungene Symbiose zwischen den Räumlichkeiten und den experimentellen Bildern der beiden Künstler. Zugleich überraschten die Bilder durch ihre innovativen Techniken und das harmonische Nebeneinander der Werke.

     

     

  • Wandelndes Eierhappening in Budweis

    Ende August findet das Fest „Stadt den Menschen, Menschen der Stadt“ („Město lidem, lidé městu“) im Stadtzentrum von Budweis (České Budějovice) statt. Ziel des Kulturevents ist es, Spiel und Aktion in die Straßen zurückzubringen. Ein Happening der Berliner Künstlergruppe „Club Real“ am 28.8. gehört zum Programm. Ein noch nicht geborenes Wesen in einem riesigen Ei führt an verschiedenen Orten der Stadt Gespräche mit Anwohnern und Festivalbesuchern.

     

  • Bilinguales und binationales Beschnuppern

    Am Friedrich-Schiller-Gymnasium in Pirna bereiten sich tschechische und deutsche Schüler gemeinsam auf das Abitur vor. Zuerst erlernen sie getrennt in der 5. und 6. Klasse die jeweilige Nachbarsprache, um dann ab der 7. Klasse zu einer gemeinsamen binationalen Klasse zusammengeführt zu werden. Vom 31. August bis 1. September werden auch dieses Jahr wieder zu Beginn des neuen Schuljahres bei "Deutsch-tschechischen Begegnungstagen" jeweils 15 deutsche und tschechische Schülerinnen und Schüler im Brücke/Most-Zentrum in Dresden begrüßt. Eine moderne Tradition mit Zukunft.

     

     

     

  • Electroswing und Dosenbier

    Zerstörte Zeltplätze, grölende Menschen und viel nackte Haut – das sind normalweise die Anzeichen dafür, dass man sich auf einem Musikfestival befindet. Dieses Jahr werden wieder mehr als 5000 Besucher erwartet, die vom 29.-30. August die kleine Ortschaft Rudig (Vroutek) westlich von Prag rocken. „Rock for Churchill“ kann mittlerweile internationale Künstler in seinem Line-Up verzeichnen. Zu den diesjährigen Headlinern gehören die österreichische „Parov Stelar Band“, die als Pioniere des Electroswing gefeiert werden.

     

     

  • „Mosaik der Problematik“

    Beim gestrigen Treffen zwischen Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer und dem tschechischen Kulturminister Daniel Herman in Prag wurden laufende und neu geplante Projekte zu einer engen kulturellen Kooperation zwischen Österreich und Tschechien diskutiert.

     

     

     

  • Bayerisch-Böhmische Bierfreundschaft

    Wo könnten grenzüberschreitende Bande besser gefestigt werden als bei Bier und guter Musik im Wirtshaus? Für das Centrum Bavaria Bohemia in Schönsee ist die Wirtshauskultur fester Bestandteil des nachbarschaftlichen Kulturlebens. Am 30. August werden Freunde der Volksmusik zur „9. Bayerisch – Böhmischen Musik- und Biernacht in Weiding“ eingeladen, um gemeinsam das Tanzbein zu schwingen.

     

     

  • Das ist auch gut so

    Klaus Wowereit tritt am 11. Dezember nach über 13 Jahren als Regierender Bürgermeister der deutschen Bundeshauptstadt ab, ließ er heute verlauten. In all diesen Jahren hatte man öfter das Gefühl, man hätte es mit einem B-Promi zu tun, der am liebsten auf roten Teppichen unterwegs ist und mit einem Glas Prosecco in der einen und einer Einweihungsband-Schere in der anderen Hand den Fotografen zulächelt. Wahrscheinlich hatte Berlin das sogar eine Zeit lang nötig, aber jetzt gibt es wahrlich wichtigere Probleme.

     

     

  • Grenzsuche. Ein neuer Kunstdiskurs.

     

    „Wohin verschwinden die Grenzen/ Kam Mizí Hranice?“. Existiert eine klassische Definition überhaupt noch? Der Satz scheint paradox. Würden Grenzen wirklich verschwinden, wäre die Frage nach dem „Wohin“ hinfällig. Die Antwort ist: Sie verschwinden nicht, sie wandern. Zum 25. Jubiläum der Öffnung des Eisernen Vorhangs wird ein 2009 initiiertes Projekt der Künstler Iris Andraschek und Hubert Lobnig um aktuelle Arbeiten zum Grenzdiskurs innerhalb und außerhalb der EU erweitert.

     

     

     

  • Traurige Schwärmerei

     Bis 9. September haben Musikliebhaber noch zweimal die Chance, den Klängen von tschechischen Größen der klassischen Musik beim „New Town Summer Festival“ in Prag zu lauschen. Insgesamt fünf Konzerte unter dem Motto „Jazz Inspiration“ wurden dieses Jahr angeboten. „Rhapsody in Blue” – der Name des vierten Konzertes am 26. August ist Programm. Der tschechische Pianist Karel Košárek wird Werke von Bohuslav Martinů und George Gershwin, ergänzt durch sein gesprochenes Wort, interpretieren.

     

     

     

  • „Auf das Engagement und die Idee kommt es an“

    Das sagt Martin Dzingel, Präsident der Landesversammlung der Deutschen in Böhmen, Mähren und Schlesien. Im LZ-Gespräch erläutert er, warum sich so viele Tschechen mit ihren deutschen Wurzeln schwer tun und wie die Rolle der deutschen Minderheit in Zukunft aussehen könnte.

     

     

  • Hip Hop Deluxe in Königgrätz

    Vom 21. bis 23. August lässt das Open-Air-Festival „Hip Hop Kemp“ wieder die Herzen von mehr als 20 000 Hip-Hop- und Reggae-Fans höher schlagen. Auf dem Festivalgelände in Königgrätz (Hradec Králové) werden tschechische und internationale Acts erwartet. Von Hip Hop bis Breakbeat und Reggae ist für jeden Geschmack etwas dabei. Bekanntester deutscher Vertreter ist der Rapper Samy Deluxe aus Hamburg.

     

     

     

  • Countdown zu Pilsen 2015

     Mit diesem Projekt wollen wir die Zuschauer, die Touristen, die Bürger von Pilsen hierher bringen. Damit sie sehen können, was zeitgenössische, bildende, gegenständliche Kunst heutzutage darstellt.“, beschreibt Kuratorin Květa Monhartová im Interview mit Oberpfalz-TV die Ausstellung „Farbe auf der Straße“ (Barva na ulici) , die noch bis 23. August in der Baulücke (Proluka) in der Parkanlage im Zentrum von Pilsen zu bestaunen ist.

     

     

     

  • Sommerparty

     Bald ist es wieder soweit. Am 20. September steigt die „Prager Runde Sommerparty 2014“, diesmal in Zusammenarbeit mit ManSprichtDeutsch.cz und der LandesZeitung als Medienpartner. Im Mittelpunkt steht dabei das gemütliche Beisammensein mit neuen und alten deutschsprachigen Freunden aus nah und fern.

     

     

  • Ihre LandesZeitung 15/16 erscheint heute

    In der aktuellen Ausgabe beschäftigen wir uns mit den Auswirkungen der wirtschaftlichen Sanktionen gegen Russland, erklären die Unterschiede und Gemeinsamkeiten des Warschauer und des Slowakischen Nationalaufstandes und unterhalten uns mit dem Präsidenten der Landesversammlung, Martin Dzingel, über die Zukunft der deutschen Minderheit in Tschechien.

    Im Forum stellen wir eine Wanderausstellung zu jüdischen Spuren im Grenzgebiet vor, blicken auf das Böhmerwaldseminar in Bergreichenstein zurück und erzählen die Legende vom Schwertbrünnlein.

    In unserem Fortsetzungsroman werden Mattonis eiserne Träume wahr.

    Wenn auch Sie die Landeszeitung druckfrisch auf den Tisch oder direkt in Ihr E-Mail-Postfach bekommen möchten, wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion. Details zu Preisen und Versionen finden Sie hier.

     

  • Große Freiheit auf kleinen Rollen

     Die Open-Air Kino Saison erwartet morgen Abend ein Highlight im Innenhof des Containall in Prag. „This Ain't California“, der erste abendfüllende Dokumentarfilm des deutschen Regisseurs Martin Persiel aus dem Jahr 2012, porträtiert in einer 90-minütigen Skateboard-Hymne die antisoziale Jugendrevolte der sozialistischen DDR und zeigt privates Archivmaterial einer Untergrundszene, die es so eigentlich nicht geben durfte.

     

     

     

  • Über den Wandel. Oder auch nicht.

    Petra Stuiber ist Redakteurin und Chefin vom Dienst bei der österreichischen Tageszeitung „Der Standard“. Davor war sie einige Jahre Redakteurin bei der österreichischen Zeitschrift „Format“ und von 2002-2007 Korrespondentin für Österreich und Ungarn bei der deutschen Tageszeitung „Die Welt“.

     

     

  • Elektronik-Klänge in Kuks

     

    Ende August verwandelt sich der ehemalige ostböhmische Kurort Kuks in eine mobile Bühne für barockes Schauspiel. Ob Bühnenkunst, Musik, Theater oder Tanz – das „Theatrum Kuks“ (19.-24. August) bietet seit 2002 jährlich eine weite Bandbreite für Liebhaber barocker Kunst an.

     

  • Theater auf der Burg

    Die restaurierte Burg Welhartitz (Velhartice) aus dem 14. Jahrhundert ist nach umfangreichen Reparaturen unter dem wachsamen Auge des Denkmalschutzes heute ein attraktives Ziel für Touristen. Die Anlage, die von den Kammerherren Karls IV. erbaut worden war und während der Hussitenkriege sogar die böhmischen Reichskleinodien beherbergte, bietet aber mehr als geführte Besichtigungen durch das Gelände.

     

  • Makabere Schönheit

     Ungefähr 70 Kilometer östlich der tschechischen Hauptstadt liegt ein kleiner Ort, der einst als zweitwichtigste böhmische Stadt nach Prag galt: Kuttenberg (Kutná Hora). Heute mag die Stadt, in der bis ins 16. Jahrhundert hinein der Prager Groschen geprägt wurde, an wirtschaftlicher und politischer Bedeutung verloren haben, erhalten geblieben ist ihr jedoch ihr Charme und ihre malerische Altstadt, die von barock-gotischen Kirchbauten geprägt ist und Kuttenberg im Jahr 1995 den Titel UNESCO-Weltkulturerbe einbrachte. Doch nicht nur der Dom der heiligen Barbara lockt jährlich die Touristen an, der eigentliche Besuchermagnet liegt einen längeren Fußmarsch vom Zentrum entfernt im Stadtteil Sedletz (Sedlec): Das Kostnice, ein Beinhaus, dessen Inneneinrichtung fast vollständig aus menschlichen Knochen besteht.

     

     

  • „Rastplatz für die Seele“ an der deutsch-tschechischen Grenze

     

    Geistliche Einkehr auf Reisen – eine Möglichkeit, die dank der Autobahnkirche an der deutsch-tschechischen Grenze bei Waidhaus an der A6 nun schon seit zehn Jahren besteht. Mit einem ökumenischen Festgottesdienst und der Eröff nung der Ausstellung „Europäischer Humanist. Přemysl Pitter“ wurde dieses Jubiläum nun gebührend begangen.

     

  • "Es geht um ein differenzierteres Geschichtsbild"

     

     Wir bemühen uns, gewisse Stereotypen aufzubrechen.“ Sagt Österreichs Mann in Tschechien Dr. Ferdinand Trauttmansdorff . Im LZ-Gespräch bilanziert er über seine bisherige Zeit in Prag.

     

     

  • Trapeze auf dem Letná-Berg

    In der zweiten Augusthälfte wird Prag noch ein bisschen bunter: Das Letní Letná Festival schlägt seine Zelte an der Moldau auf. Für zwei Wochen wird sich der Letná-Park in eine große Arena des Cirque Nouveau verwandeln. Auch Artisten aus Deutschland sind bei diesem internationalen Artistentreffen mit von der Partie.

     

  • Ein deutsch-tschechisches Leben

     

    Nachdem die Erstauflage seines bekanntesten Buches „Gestrige Angst“ (Včerejší strach) bald nach ihrem Erscheinen 2002 schon wieder vergriffen war, hätte man ahnen können, dass die Präsentation eines neuen Buches von Josef Škrábek erneut auf großes Interesse stößt, aber ein solcher Andrang überraschte dann auch den Autor: Der kleine Pfarrraum der Kirche des heiligen Matej (Farnost u sv. Matěje) in Prag ist brechend voll, über 50 Gäste drängen sich um den Tisch, an dem Škrábek sitzt und aus seinem neuen Werk „Dějiny osobě prožité a protrpěné“ (Persönlich erlebte und durchlittene Geschichte) erzählt.

     

  • Felix Germaniae

    Der deutsche Bundestags-Wahlkampf ist zum Gähnen. Der wahre Bär steppt nicht an der Spree, sondern an der Moldau, wo ebenfalls Wahlen anstehen.

    Von Hans-Jörg Schmidt

    Die schwarz-gelbe Bundesregierung ist die unbeliebteste seit 1949, obwohl sie beständig das Gegenteil behauptet. Die Umfragen sind aber deutlich. Nur noch sechs Prozent Zustimmung hat das Kabinett. Kein Wunder: ein Sparprogramm folg...t dem anderen. Schon gibt es keine Löcher mehr im Gürtel der Normal-Sterblichen zum Engerschnallen. Jede Entscheidung des Kabinetts Merkel wird von mächtigen Lobbyisten gesteuert. Die rufen vor jeder Abstimmung im Bundestag per Handy an, um die Order des Tages auszugeben. Die angerufenen Abgeordneten nicken per Stimmkarte die Entscheidung ab, die im Hintergrund gefällt wurde.

    Die Kanzlerin zeigt sich in der Öffentlichkeit noch seltener als sonst schon mit ihrem Ehemann Joachim Sauer. Die Bilder für die Öffentlichkeit gaukeln nur eine vermeintlich heile Welt vor. In Wahrheit hat Merkel ein Verhältnis mit ihrem Bürochef (keine empörten Leserbriefe jetzt bitte, ich weiß, sie hat eine Bürochefin). Der Bürochef spannt, obwohl dazu in keiner Weise berechtigt, den militärischen Abschirmdienst ein, um Herrn Sauer zu überwachen. Der läuft angeblich Gefahr, zu den Zeugen Jehovas überzulaufen. Die Reputation der Regierungschefin steht auf dem Spiel. Angie wird erpressbar. Das geht nun gar nicht.

    Wochen später: Während Angie noch gegen Mitternacht im Kanzleramt Arbeit vortäuscht, tatsächlich aber mit der Vorzimmerbesatzung und ihrem Büroleiter einen Cognac nach dem anderen kippt, klingelt es heftig an der Pforte. Zwei Angehörige einer Spezialeinheit der Polizei begehren Einlass. Sie sind vermummt, können sich aber ausweisen. Merkel wird blass. Die Polizisten registrieren das interessiert, während sie alle Schubladen in Schreibtisch und Schränken durchwühlen. Am Ende nehmen sie den Büroleiter der Kanzlerin vorläufig fest. Angie ist fassungslos. Sie mag jetzt nicht nachhause gehen, ist aufgewühlt, könnte ihrem Joachim nicht in die Augen sehen.

    Zwar hatten beide BILD gesteckt, dass sie in Scheidung leben. Aber von einem „Anderen“ im Herzen der Kanzlerin war ausdrücklich nicht die Rede. Bei Joachim sowieso nicht. Der ist dazu zu brav.

    Merkel spürt während der Bürodurchsuchung, dass hier mehr auf dem Spiel steht. Hier geht es ans Eingemachte, ans Politische. Verdammt, flucht sie in sich hinein: Weshalb habe ausgerechnet ich die Sicherheitsorgane des Staates ermutigt, schonungslos bei jedem Verdacht gegen jeden ohne Ansehen der Person vorzugehen?

    Die Ermittler sind in der Tat schonungslos: neben dem Büroleiter Merkels nehmen sie drei frühere Abgeordnete der Union vorläufig fest. Die hatten der Kanzlerin bei einer Abstimmung über eine Erhöhung der Mehrwertsteuer die Gefolgschaft verweigert. Das stehe so nicht im Parteiprogramm, wetterten sei. Einer der Rebellen stellte sich selbst als Gegenkandidat zu Merkel auf dem CDU-Parteitag auf. Er verlor zwar; aber Tage später, noch vor der Abstimmung über die Mehrwertsteuererhöhung, geben er und die zwei anderen Renegaten ihr Abgeordnetenmandat zurück. Nicht zufällig: der Büroleiter der Kanzlerin hat ihnen lukrative Posten in staatlichen Unternehmen zugeschanzt. Als fette Entschädigung. Merkel gewinnt in der Folge die Abstimmung im Bundestag. Gewohnt lächelnd. In der ARD-Sendung „Was nun, Frau Merkel?“ erklärt sie todesmutig, sie habe alles im Griff.

    Doch sie irrt. Die Feder führende Staatsanwaltschaft in Castrop-Rauxel hat sie längst am Haken. Die drei Ex-Abgeordneten wandern in den Knast. Sie hätten sich bestechen lassen, lautet der Vorwurf. Darauf stehen 12 Jahre. Angies Büroleiter atmet auch gesiebte Luft. Dem droht eine noch längere Abwesenheit von Freiheit wegen Bestechung und Amtsmissbrauch wegen Einschaltung des militärischen Abschirmdienstes. Inhaftiertung wegen Verdunklungsgefahr, heißt es. Die Kanzlerin schläft sehr schlecht. Allein, ohne geliebten Büroleiter, schon gar nicht neben Joachim, der darüber mittlerweile nicht mal mehr sauer ist.

    Jetzt wird der Bundespräsident aktiv. Joachim Gauck ist erstmals direkt vom Volk gewählt (nicht schon wieder Leserbriefe, bitte!) und fühlt sich stark. So richtig stark. Was wäre eigentlich, befragt er sich in ebenfalls schlaflosen Nächten, wenn wir aus der parlamentarischen Demokratie eine präsidiale Demokratie machen würden, in der allein ich das Sagen habe? So wie dieser Franzose, dessen Namen ich immer vergesse, oder wie der Obama?

    Nach drei unruhigen Nächten ergreift Gauck die Initiative: „Die Merkel hat zwar noch eine Mehrheit im Bundestag. Aber was soll’s: ich ernenne meine eigene Regierung, aus meinen Kumpeln aus alten DDR-Zeiten. Natürlich sind die ‚sauber‘ oder ‚naja, fast sauber‘, ich kenne ja ihre Akten“, lacht er sich ins Fäustchen. Die Parteien im Bundestag protestieren, sind außer sich, sehen die Demokratie in Deutschland in Gefahr. FAZ, Süddeutsche und Die Welt schäumen, von BILD ganz zu schweigen, SPIEGEL, Zeit und Focus erscheinen nicht mehr wöchentlich, sondern Dank Internet täglich mit neuen Dossiers über das Ende des Abendlandes.

    Gauck aber grinst nur: „Alles Amateure, ich bin hier der einzige Profi!“ Interviews zu seinen nächsten Schritten gibt er nur der unter seiner Fuchtel stehenden „Ostseezeitung“, die großen Blätter schneidet er absichtlich. Derweil ist der Bundestag ratlos. Er verweigert immerhin der von Gauck eingesetzten Regierung Schorlemmer das Vertrauen. Aber der Wittenberger Pfarrer kann dennoch munter weiter regieren. Dass Grundgesetz erlaubt das. Schorlemmer erfüllt, aus alten Zeiten mit Gauck zutiefst verbunden, dem Bundespräsidenten jeden Wunsch, erhöht als erstes den Mindestlohn für alle. Das Volk jubelt. Fällt jetzt auch Hartz IV, fragen die bürgerlichen Medien erschrocken? Derweil fordert der Staatsanwalt den Bundestag auf, die Immunität der Kanzlerin aufzuheben. Sie habe nicht nur von den „Schweinereien“ ihres Büroleiters gewusst, sondern die auch selbst angewiesen. Merkel wird fuchtig: „So läuft der Betrieb nun mal in einer Demokratie. Eine Hand wäscht die andere. Und überhaupt, mein Büroleiter bekommt im Knast nicht mal Badesalz. Skandal!“

    Ja, gut, der Bundestag könnte sich mittlerweile selbst auflösen und den Weg für Neuwahlen frei machen. Aber die FDP verhindert das. Erst im zweiten Anlauf gelingt es. Doch Gauck hat damit gerechnet. Er legt den Tag für vorgezogene Wahlen auf eine langes Wochenende. Da sind, so weiß er, die meisten Wähler auf Achse, weil der Altweibersommer ins Freie lockt. Das hilft seiner Partei der Dissidenten, die unter Honecker nie eine Datsche abbekamen. Am Ende kommt es zu einem Erdrutschsieg der Gauck-Anhänger. Angie ist weg vom Fenster. Die SPD eh. Die AfD allerdings auch. Der Euro bleibt. Immerhin.

    Aber vor allem ist Gauck künftig der große Macker. Seine Kumpel haben eine überwältigende Mehrheit der 20 Prozent teilnehmenden Wähler gewonnen. Das reicht locker, um Deutschland politisch gänzlich umzumodeln, ganz nach dem Willen des übermächtigen Präsidenten, der nun keine ernst zu nehmenden Widersacher mehr hat. Gauck wird zum zweiten Putin.

    Kommt Ihnen seltsam vor, aberwitzig? In Deutschland vielleicht. Das total ausgedachte Szenarium stammt auch nicht von der Spree. Es ist Realität an der Moldau. Angie heißt in Wahrheit Petr Necas. Merkels geliebter Büroleiter ist in Wahrheit Necas‘ geliebte Büroleiterin Jana Nagyova. Der Bundestag ist in Wahrheit das tschechische Parlament. Und der Präsident heißt auch nicht Joachim Gauck (Verzeihung, Herr Bundespräsident, vor allem für den Vergleich mit Putin), sondern Milos Zeman. Ansonsten spielt sich das alles in Mitteleuropa ab, hinter unserer Grenze, ganz dicht vor unserer Haustür.

    Zum Schluss noch die zwei bislang aufregendsten Wahlparolen im heißen Wahl-Herbst der Nachbarstaaten: in Tschechien: Rettet die parlamentarische Demokratie vor ihrer Umwandlung in eine autokratische Demokratie unter dem Putin-Azubi Zeman. In Deutschland: einmal in der Woche fleischlos essen.

    Glückliches Deutschland, das keine anderen Probleme hat.
  • Neue „Nationale Front“ in Tschechien attackiert Kirchenrestitution


    Von Hans-Jörg Schmidt

    Jahrelang bis aufs Messer hatten die tschechischen Linksparteien die Rückgabe des nach 1948 von den Kommunisten verstaatlichten Eigentums der Kirchen bekämpft. Vergeblich: Ein entsprechendes Gesetz gilt seit einem Jahr und ist danach auch noch vom Verfassungsgericht gegen einen Einspruch der Sozi...aldemokraten bestätigt worden. Doch selbst diese glasklare rechtliche Lage scheint Sozialdemokraten (CSSD), Kommunisten (KSCM) und die Partei des Staatspräsidenten Milos Zeman (Zemanovci) nicht abzuhalten, eine neue Attacke zu reiten.

    Wie in einer konzertierten Aktion preschte am Donnerstag zunächst die KSCM mit der Forderung nach einem Referndum vor. Am Freitag schloss sich die CSSD diesem Verlangen im Prinzip an. Für die Zemanovci hatte schon deren Ehrenvorsitzender Zeman in seinem Präsidentschaftswahlkampf ein Referendum über die Kirchenrestitution verlangt.
    Die an alte sozialistische Zeiten gemahnende neue „Nationale Front“ verweist darauf, dass 80 Prozent der stark säkularen Tschechen nach Umfragen das Gesetz ablehnen. Das von den bürgerlichen Parteien mit den Kirchen mühsam ausgehandelte Gesetz sieht die Rückgabe von früherem Kircheneigentum im Wert von umgerechnet 3 Milliarden Euro vor. Als Kompensation für nicht mehr zu restituierendes Eigentum sollen die Kirchen über einen Zeitraum von 30 Jahren zudem umgerechnet 2,36 Milliarden Euro erhalten. Der Staat zieht sich im Gegenzug aus dem Kirrchenleben völlig zurück, zahlt beispielsweise nicht mehr die Gehälter für die Priester.


    Für die Linken war das Gesetz von Anfang an ein "großer Schwindel". Die CSSD beispielsweise versuchte mit einer landesweiten Plakataktion den Eindruck zu erwecken, den Kirchen werde ein riesiges „Geschenk“ gemacht. Bei den Kommunisten gab es nicht nur in dieser Frage noch nie so etwas wie ein Unrechtsbewusstsein. Dabei hatte das Verfassungsgericht den Parteien gleich nach der „Wende“ 1989 aufgegeben, die Schuld gegenüber den Kirchen und Religionsgemeinschaften schnellstmöglich zu tilgen. „Schnellstmöglich“ hieß am Ende, dass das unwürdige Tauziehen mehr als zwei Jahrzehnte dauerte. Tschechien wurde auf diese Weise zum letzten Land des früher kommunistisch beherrschten Teils Europas, das einen Ausgleich mit den Kirchen hin bekam.


    Jetzt soll daran wieder gerüttelt werden. CSSD-Chef Bohumil Sobotka kündigte am Freitag an, „sofort“ nach den hoffentlich für die Partei erfolgreichen Wahlen mit den Kirchen „neu verhandeln“ zu wollen. Es gehe vor allem darum, „die Kompensationszahlungen zu senken“. Außerdem wolle man schärfer jeden einzelnen Fall der Rückgabe untersuchen. Es bestehe der Verdacht, so Sobotka, dass auch Eigentum an die Kirchen gegeben werde, das vor der Machtergreifung der Kommunisten 1948 an den Staat gegangen sei. Schließlich werde man alle rechtlichen Möglichkeiten für ein Referendum ausloten.



    Die Reaktion der Kirchen fällt derzeit noch zurückhaltend aus. Der Prager Erzbischof, Kardinal Dominik Duka, nannte das Vorpreschen der Kommunisten einen bloßen Wahlkampfschlager. Er verteidigte den Ausgleich mit dem Staat, weil der der gesamten Gesellschaft zugute komme. Und er erinnerte daran, dass das Gesetz über die Eigentumsrückgabe "ein zwanzig Jahre währendes, nicht haltbares Provisorium" beendet habe. Nachdem nun auch die Sozialdemokraten Front gegen das Gesetz machen, dürfte das Echo aus Kirchenkreisen deutlicher ausfallen.



    Der frühere Finanzminister Miroslav Kalousek warnte nachdrücklich davor, an dem Gesetz zu rütteln. Ein Referendum würde „jede Eigentumssicherheit in Frage stellen“. Auch Kommunistenchef Vojtech Filip wisse als gelernter Jurist ganz genau, dass die erzielte Vereinbarung mit den Kirchen nur neu aufschnürbar sei, wenn dazu auch die Kirchenseite bereit sei. Insofern sei der Vorstoß „nichts anderes als populistisches Geschrei“.



    Gegen eine neue Debatte über die Kirchenrestitution wandte sich am Freitag auch die liberale Tageszeitung „Mlada fronta Dnes“, die es in einem Kommentar auf den Punkt brachte: „Diebstahl fremden Eigentums bleibt Diebstahl, selbst wenn er den Segen von 100 Prozent der Bevölkerung haben sollte.“
  • Es geht um nichts Geringeres als die Demokratie

    Klaus kündigt mögliches Comeback an / Zeman nennt das "interessant"



    Von Hans-Jörg Schmidt (LZ)



    Prag - Nicht genug, dass sich die Tschechische Republik durch eine ihrer tiefsten politischen, verfassungsrechtlichen und moralischen Krisen schleppt – da kündigt auch noch einer der Krisen-Urväter sein mögliches Comeback an: Vaclav Klaus. Ausgerec...hnet er will das Land, das sich nach seinen Worten in einer „verzweifelten“ Lage befinde, retten helfen.



    Klaus‘-Nachfolger auf der Prager Burg, Milos Zeman, hat die Nachricht von der möglichen Rückkehr seines wertkonservativen und wirtschaftsliberalen Vorgängers als „interessant“ bezeichnet. Der große Rest der Politiker scheint durch die noch vage Ankündigung von Klaus in eine Art Schockstarre gefallen zu sein. Steht da doch die Neuauflage einer politischen Konstellation ins Haus, die Tschechien schon einmal richtig in den Marasmus führte. 1998 hatten die damals in Wahlen siegreichen Sozialdemokraten (CSSD) unter Zeman mit der zweitstärksten Kraft, der Demokratischen Bürgerpartei (ODS) von Klaus, einen Pakt geschlossen, der offiziell zur „Schaffung stabiler politischer Verhältnisse in der Tschechischen Republik“ führen sollte. Der so genannte „Oppositionsvertrag“ führte aber zu nichts anderem als zu einer Hinterzimmer-Politik, die Korruption und Vetternwirtschaft Tür und Tor öffnete, unter der Tschechien bis heute leidet. Hier nahm das Unwesen der „Paten“ seinen Anfang, die namentlich die ODS regelrecht unterwanderten.

    Der Versuch des einstigen ODS-Chefs und Premiers, Petr Necas, die Partei aus dieser Unterwanderung herauszuführen, endete in einem Fiasko. Necas hatte zwar die Ermittlungsorgane in seinem Land wie kein Premier vor ihm ermutigt, endlich den Augias-Stall auszumisten. Doch er hatte übersehen, wie sehr auch er selbst diesem System längst verhaftet war. Höhepunkt war die Aktion, mit der er drei Abgeordnete der ODS davon abbrachte, bei einer Abstimmung über eine Anhebung der Mehrwertsteuer gegen die Regierung zu votieren: Er fand sie mit Posten in halbstaatlichen Unternehmen ab, damit sie ihr Abgeordnetenmandat aufgeben. Diese Vergabe einer „Trafik“, wie man in Tschechien sagt, sei „eine völlig gängige Sache, die plötzlich kriminalisiert“ werde, beschwerte sich Necas, als ihm die Ermittlungsbehörden auf die Finger klopften.



    Necas ist weg vom Fenster. Den Ermittlern sind vorläufig die Hände gebunden, hat doch ein Gericht das Aushandeln der „Trafik“ als eine Angelegenheit qualifiziert, die unter die Immunität der Abgeordneten falle. Rechtsstaat ade, sagten da Juristen mit einer ganz anderen Meinung.



    Präsident Zeman hat die Regierungskrise auf dem Silbertablett serviert bekommen, um seine eigenen Machtambitionen durchzusetzen. Obwohl das bürgerliche Lager im Abgoerdnetenhaus behauptete, dass es noch über eine Mehrheit verfüge und sofort eine neue Regierung unter einem anderen Premier als Necas bilden könnte, drehte der Präsident allen eine lange Nase: er setzte ein Kabinett ein, dessen Mitglieder nie gewählt wurden, dafür aber durchweg Anhänger Zemans sind.



    Zwar erlitt diese Regierung unter Premier Jiri Rusnok im Parlament bei der Vertrauensabstimmung erwartungsgemäß eine Niederlage. Aber bei eben dieser Abstimmung zeigte sich auch, dass das bürgerliche Lager doch keine Mehrheit mehr hat. Zwei ODS-Abgeordnete sprangen ab. Dem Vernehmen nach waren sie von ihren „Paten“ im Hintergrund dazu aufgefordert worden. An diesem Punkt hatte dann die konservative TOP 09 von Karel Schwarzenberg ein Einsehen und stimmte dem Vorschlag der Linksparteien zu, mit der Auflösung des Parlaments vorgezoge Wahlen auf den Weg zu bringen.



    Das Heft des Handelns hat aber immer noch Zeman in der Hand. Er legte den Termin der Wahlen bewusst auf den Freitag und Samstag eines langen Wochenendes – der darauffolgende Montag ist Staatsfeiertag. An besagtem langen Wochenende fahren die Städter lieber auf ihr Landhäuschen, so Zemans Kalkül, statt wählen zu gehen. Die Städter aber sind die Wähler der Bürgerlichen. Aus dem allgemein erwarteten Sieg der Linken kann somit sogar ein Erdrutschsieg werden.



    Mehr noch: Der Präsident beginnt in der Zeit der Wahlkampagne eine Reise durch die Provinz. Offiziell, um dort erfolgreichen Wirtschaftsbossen und erfahrenen Regionalpolitikern „zuzuhören“. Vor allem aber dürfte er dort Wahlkampf machen. Schließlich ist Zeman Ehrenvorsitzender der nach ihm benannten „Zemanovci“. Seinen Kanzler auf der Burg, Vratislav Mynar, hat er zeitlich schon freigestellt, damit er möglichst erfolgreich für die „Zemanovci“ in den Kampf um ein Abgeordnetenmandat gehen kann. Wie mehr oder weniger auch alle Mitglieder der Regierung Rusnok als Wahlkampflokomotiven für die Zeman-Partei herhalten sollen. Als die Bürgerlichen spotteten, die Rusnok-Regierung sei lediglich eine „Regierung aus Kumpeln Zemans“, hatte der Präsident das noch energisch bestritten.



    Im Kern geht es bei den vorgezogenen Wahlen nur um eine Frage: wird das Ergebnis die Machtambitionen Zemans weiter massiv stärken oder gelingt es den allerdings schwer gebeutelten Bürgerlichen, namentlich der TOP 09, ein wirkliches Gegengewicht zu setzen? Die TOP 09 hofft auf die neuerliche Aktivierung der Schwarzenberg-Anhänger aus dessen Präsidentschaftswahlkampf gegen Zeman. Immerhin bekam der „Fürst“ seinerzeit 46 Prozent der Stimmen. Doch namentlich die „Generation Facebook“, die sich seinerzeit massiv für Schwarzenberg einsetzte, schweigt. Sie scheint von Zemans Bulldozer-Vorgehen wie paralysiert zu sein.



    Wesentlicher noch wird für Zeman sein, wer für das linke Lager ins Parlament kommt. Die unreformierte Kommunistische Partei (KSCM) wird ihren Stimmenanteil einbringen, den sie bei allen letzten Wahlen hatte, zwischen 12 und 15 Prozent. Dass Zeman eine möglichst starke eigene Partei dort haben möchte, ist auch klar. Bleibt die Sozialdemokratie (CSSD): die war von Zeman einst aus der Bedeutungslosigkeit zum Wahlsieg und in die Regierung geführt worden. Später hat ihm aber diese Partei den Sieg bei der Präsidentschaftswahl 2003 versagt. Er verließ die CSSD im Bösen, gründete später seine eigene Partei und wurde Präsident.



    Im Streit der Sozialdemokraten darüber, wie man mit der Regierung Rusnok umgehen soll, hat Zeman die CSSD-Führung gespalten. Sein „Trojanisches Pferd“ in der CSSD ist der südmährische Landeshauptmann Michal Hasek, den er gern zum Premier machen würde. Der eigentliche CSSD-Chef, Bohuslav Sobotka, ist bei der Aufstellung der Spitzenkandidaten vergangenes Wochenende in geheimer Abstimmung fast durchgefallen. Dieses Ergebnis spricht für den schon gewaltigen Einfluss Zemans in der CSSD. Und bringt ihn seinem Ziel näher, die „Linke zu vereinen“, wie er im Präsidentenwahlkampf angekündigt hatte. Natürlich unter der Führung seiner „Zemanovci“.



    Diese müsste womöglich nicht mal die Hilfe der Kommunisten in Anspruch nehmen für die Regierungsbildung – was in Tschechien ein übles Geschmäckle hätte. Womöglich bietet sich ja auf der rechtsnationalen Seite eine neue Partei unter Klaus als Partner an. Mit einem „Oppositionsvertrag“. Wie 1998. Zum Schaden des Landes.
  • „Es wird immer positiver“

    Ondřej Matějka beurteilt im LZ-Gespräch die innertschechische Diskussion zur deutsch-tschechischen Geschichte und erzählt, wie er und seine Organisation „Antikomplex“ dazu beitragen..

  • Verantwortung für Europa

    Auf dem Bundestreffen derAckermann-Gemeinde stand neben dem Miteinander vor allem Europa im Vordergrund.

  • Eine Morawitzer Geschichte

    Wie die Bilder von Rudolf Raab nach Morawitz kamen.

  • Unterwegs auf der „Via Nova“

    Die „Via Nova“ - ein europäischer Pilgerweg der Moderne, der sich abseits von ausgetretenen Pfaden durch Bayern und Österreich bis zur tschechischen Grenze schlängelt.

  • Auf der Suche nach der verlorenen Stille

    Prag: Die Stadt der Romantiker, die Stadt der Literaten, die Stadt der Umbrüche – aber auch die Stadt der Stille?

  • Die "Beatsteaks" rocken Prag

    Sie gehören längst zu den ganz Großen der deutschen Musikszene: Am 31. August kommen die Beatsteaks nach Prag.

  • „Die tschechische Demokratie ist moralisch bankrott"

     

    sagt der Politologe Jiří Pehe. Im LZ-Gespräch erklärt er warum.

     

  • Nachbarn wie Jakob und Esau

    Die „Freunde der deutsch-tschechischen Verständigung“ schaffen seit zehn Jahren Vertrauen beiderseits der Grenze.

     

  • Lichtblick

    Auch wenn der Zustand der Demokratie in Tschechien gerne kritisiert wird, schneidet das Land im internationalen Vergleich gar nicht so schlecht ab.

     

  • Der kranke Mann Europas

    Wenn sich Krisen die Türklinke in die Hand geben, ist es um die Demokratie schlecht bestellt.

     

  • Klasse statt Masse: Bier mit Herz

    In den letzten Jahren werden kleine, unabhängige Brauereien in Tschechien immer beliebter.

     

  • Interessant, aber verkannt

    Beim Seminar „Otevři oči – Augen auf!“ in Aussig (Ústí nad Labem) wird ein Stadtführer der besonderen Art erstellt.

     

  • Gemeinsam Brücken bauen

    Ein Stück Europa in Staufenberg: Im Juli verbrachten hier Jugendliche aus vier Ländern gemeinsam ihre Ferien.

     

  • Erdgasautos auf der Überholspur

    Im europäischen Vergleich herrscht in Tschechien noch großer Nachholbedarf.

     

  • Museum der 100 Tage

    Kunst in Kassel: In diesem Sommer findet zum dreizehnten Mal die documenta in der nordhessischen Metropole statt.

     

  • Die Slowakei macht's vor

    Deutschsprachige Hochschule öffnet im Oktober ihre Pforten.

     

  • Übrigens...

    ...könnte man sich mitunter über die Wendungen des in seinen Ansichten angeblich immer so „konsistenten“ Präsidenten Václav Klaus amüsieren.

     

  • Der mitteleuropäische Tiger

    Zwanzig Jahre nach der Teilung der Tschechoslowakei hat sich die Slowakei zu einem attraktiven Wirtschaftsstandort entwickelt.

  • Zeitreise ins Ascher Land

    Gerade feierte der Film „Až do města Aš“ („Made in Ash“) seine Weltpremiere in Karlsbad. Die Geschichte des Grenztädtchens zeigt LZ-Autorin Beate Franck in Wort und Bild.

  • In der Kürze liegt die Würze

    Die Inszenierung von Leoš Janáčeks„Die Sache Makropulos“ am Staatstheater Nürnberg behält die Originalsprache Tschechisch bei.

     

  • Hamburger Pflasterung aus Ostböhmen

    Wie viel Arbeit in einem Bordstein steckt, erleben Schüler im ostböhmischen Skutsch (Skuteč) hautnah. Die Region versorgte früher auch deutsche Städte mit Pflasterungen.

  • Menschlichkeit misst sich nicht an Gesetzen

    Als Prag vor Jahren im Hochwasser der Moldau ertrank, erntete ein kleines Team aus Hessen vom dortigen Technischen Hilfswerk Dankbarkeit von tschechischen Bewohnern rund um den Kleinseitner Ring.

     

  • Porzellanscheidung

    Zwanzig Jahre ist es her, dass Tschechen und Slowaken sich entschlossen haben, ihren gemeinsamen Staat aufzulösen.

  • Agenten der Verständigung

    Die Ausstellung „Praha – Prag 1900-1945 – Literaturstadt zweier Sprachen, vieler Mittler“ widmet sich den Vermittlern zwischen deutscher und tschechischer Kultur.

     

  • „Höchste Zeit, aufeinander neugierig zu sein“

    Josef Haslinger erzählt in seinem aktuellen Roman „Jáchymov“ das bewegte Schicksal des tschechoslowakischen Eishockeytorwarts Bohumil Modrý, der in den Uranbergwerken der nordböhmischen Stadt Jáchymov als politischer Häftling des kommunistischen Regimes Zwangsarbeit verrichten musste.

     

  • Das Thayatal: unberührtes Paradies

    Zwischen Frain (Vranov nad Dyjí) und Znaim (Znojmo) erstreckt sich auf 63 Quadratkilometern der Nationalpark Thayatal (Národní park Podyjí).

  • Prost: Tschechische Polizei belohnt Autofahrer mit Freibier!

    Regelkonformes Verhalten im Straßenverkehr wird viel zu selten honoriert. Das dachte sich offenbar auch die tschechische Polizei.

     

  • Nachbarschaftliche Radtour

     

    Mit dem Drahtesel auf tschechischen und slowakischen Spuren durch Leipzig.

     

Aktuelle Artikel - Radio Prag

Zitat des Tages

Honor de Balzac
Honoré de Balzac: „Sobald eine Frau aus einem Mann einen Esel gemacht hat, redet sie ihm ein, er sei ein Löwe.“
von zitate-online.de

Unsere Kooperationspartner

 

tschechien-online

prag-aktuell

Man spricht Deutsch

Prager Literaturhaus deutschsprachiger Autoren

Verlag Host Brno

kidscompany

Wetter

x



Das LandesEcho wird gefördert durch:
Institut für Auslandsbeziehungen (ifa)         ministerstvo-kultury-mini

Zum Anfang

Copyright © 2014 Landesversammlung der Deutschen in Böhmen, Mähren und Schlesien. Alle Rechte vorbehalten.