Im März 2015 übernahm der gebürtige Detmolder Jürgen Osterhage die Leitung des ARD-Studios in Prag. Damals löste er Danko Handrick ab, der bis 2014 das vom Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) betriebene Auslandsstudio geleitet hatte. Nun wiederholt sich dieser Wechsel mit umgekehrten Vorzeichen.

 

„Für viele Deutsche ist Tschechien ein unbekannter Nachbar“, schildert Osterhage die Herausforderung des ARD-Korrespondenten in Tschechien. Hinzu kommt übrigens noch, dass das Studio auch gleichzeitig die Slowakei abdecken muss. Mit Beiträgen für das Auslandsmagazin Weltspiegel, diverse Nachrichtenformate und den Videoblog „Böhmische Dörfer – Geschichten aus Tschechien“ konnte Jürgen Osterhage in den letzten Jahren zumindest einige weiße Flecken auf dieser Landkarte füllen.

Dazu gehörte auch der Film „Heimat mit Hindernissen – Die deutsche Minderheit in Tschechien“, der den heimatverbliebenen Deutschen gewidmet war. Dafür erhielt Jürgen Osterhage kürzlich den „Johnny“ Klein-Preis, mit dem seit 2016 Beiträge zur deutsch-tschechischen Verständigung ausgezeichnet werden.

Für seinen Nachfolger, Danko Handrick, bleibt dennoch noch viel zu tun. Das ARD-Studio im Stadtteil Vinohrady (Weinberge) kennt er aber bereits sehr gut. Im Jahr 2008 wurde er Studioleiter in Prag und erklärte fortan Tschechien den Deutschen. Mit „Böhmische Dörfer“ führte er schon damals ein Blogformat, das die knappe Sendezeit für Berichte aus Prag ausweiten konnte. In Zeiten undurchschaubarer politischer und wirtschaftlicher Skandale ist auch heute jede Minute wertvoll, um das Geschehen zu durchleuchten. Nach Berichten von der Krim, über die neue deutsche Rechte und über die Wirtschaft in Ostdeutschland ist Danko Handrick dafür aber bestens vorbereitet, wenn Jürgen Osterhage Ende des Jahres von der Moldau an die Spree wechselt.