Bayern ist für viele Ausländer das Klischee-Deutschland: Stichwort Oktoberfest mit seinem Bier, den Trachten und der Volksmusik. Für Deutsche jenseits des Weißwurst-Äquators gehört Bayern oft gar nicht so richtig zur Bundesrepublik. Für Tschechien ist der Freistaat aber vor allem ein wichtiger Handelspartner. 30 Jahre nach der Grenzöffnung startet in Pilsen (Plzeň) nun ein Studiengang rund um Bayern.

Ab dem Wintersemester 2019/2020 ist es interessierten Bachelor-Absolventen möglich in die bayerische Geschichte und Gegenwart einzutauchen und damit sogar einen Master-Abschluss zu erlangen. Nicht nur gegen das Bayern-Stereotyp soll gearbeitet werden, der neue Studiengang „Interdisziplinäre Bayern-Studien“ der Westböhmischen Universität Pilsen ist breit aufgestellt: Über Archäologie und Geschichte hin zu Kultur, Recht, Wirtschaft und Politik von, mit und in Bayern. Selbstverständlich fehlen auch Kurse zu Dialekten im Freistaat nicht. Exkursionen und Praktika sind für den Praxisbezug auch vorgesehen.

Die Uni Pilsen gab bekannt, dass sie die „Absolventen fachlich, sprachlich und interkulturell optimal auf eine berufliche Tätigkeit im Bereich Wirtschaft, Tourismus und Kultur mit Partnern aus dem Freistaat Bayern“ vorbereiten werde. Der Studiengang wird durch den europäischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert. Die Herausbildung des Studiengangs dauerte fünf Jahre und wurde in Kooperation mit dem „Forschungszentrum Deutsch in Mittel-, Ost- und Südosteuropa“ der Universität Regensburg erstellt.

Neben einem Bachelor-Abschluss sind Deutsch-Sprachkenntnisse auf dem C1-Niveau und das Bestehen einer Aufnahmeprüfung Voraussetzung zur Zulassung zu diesem Studiengang. Es gibt bisher schon 30 Bewerber, eine zweite Bewerbungsphase gibt es im September, kurz bevor der Studiengang anläuft. Obwohl die Namen der ersten Absolventen noch lange nicht feststehen, hat die Uni schon mittelfristige Ziele, nämlich gemeinsam mit der Uni Regensburg einen doppelten Studienabschluss anzustreben.


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